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Wohnmobilreise durch Queensland (Australien)

Ein Reisebericht von Hans Walter Emmert

Im Herbst 2004 reisten wir mit dem Wohnmobil durch das australische Bundesland "Queensland".

 Unsere Reise begannen wir in Cairns im tropischen Norden von Queensland und fuhren Richtung Süden. Damit folgten wir dem australischen Frühling. Da Australien auf der südlichen Halbkugel liegt, sind die Jahreszeiten umgekehrt zu unseren: wenn bei uns Herbst ist, ist in Australien Frühling und so weiter. Und im Gegensatz zu uns breitet sich eine Jahreszeit von Norden nach Süden aus.

Bevor wir unser Wohnmobil in Cairns übernahmen, besuchten wir touristisch interessante Orte rund um Cairns.

Kuranda, ein ehemaliger Aussteigerort, ist mit seinem Markt und seinem Schmetterling- und Vogelfreiluftgehegen ein beliebtes Tagesausflugsziel. Es herrschte schönes und warmes Wetter. Die Temperatur betrug 28 Grad.

Fahrt mit der Eisenbahn nach Kuranda

Auf der bereits im Jahre 1891 fertig gestellten Bahnlinie fuhren wir mit dem Zug in den Ort Kuranda im Regenwald. Die Strecke und die Wagen sind historisch, die Lokomotiven waren Diesellokomotiven der Neuzeit.  Der Höhenunterschied wird durch viele Schleifen und etliche Tunnels überwunden.

Mit der Seilbahn über den Regenwald

Zurück fuhren wir nicht mit dem Zug sondern mit einer Seilbahn, die über den Regenwald führt. Die Bahn wurde 1996 gebaut unter der Auflage, dass sie umweltfreundlich ist und sich völlig in den Regenwald integriert.

Die Fahrt über das ‚Dach’ des Regenwaldes war sehr beeindruckend. An den beiden Stopps der Bahn unterwegs (Red Peak Station und Barron Falls Station) machten wir Spaziergänge durch den Regenwald.

Besuch bei den Eingeborenen (Aborigines)

Die Seilbahn endet am Aborigine-Kulturzentrum Tjapukai. Der imposante Bau vermittelt unterhaltend Geschichte, Kultur und Bräuche der australischen Ureinwohner des Stammes der Tjapukais. Das Zentrum hat unter anderem vier Theater, ein Restaurant (in dem wir zu Mittag aßen – das Essen hat uns gut geschmeckt) und Areale zum Bumerang- und Speerwerfen.

Wir verfolgten die Vorführungen der Eingeborenen und übten Bumerang- und Speerwerfen.

Bootsfahrt zum Great Barrier Reef

Das Riff erstreckt sich über eine Länge von gut 2.000 Kilometer entlang der Ostküste von Queensland und ist nicht mehr als 300 Kilometer vom Festland entfernt. Es besteht aus einer Kette von über 2.500 einzelnen Riffen und knapp 1.000 Inseln. Das Riff bildet die größte von Lebewesen geschaffene Struktur auf der Erde und kann sogar vom Weltall aus gesehen werden.

Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes in Cairns unternahmen wir eine Fahrt mit einem Katamaran zum Riff. Von einer Plattform mit Unterwasserausblick sowie einem Glasbodenboot konnten wir die Korallen und die Fische des Great Barrier Reefs beobachten.

Wohnmobil 

Für die Fahrt von Cairns nach Brisbane (2.160 km) hatten wir ein Wohnmobil für 4 Personen gemietet.

Der Vermieter gab uns aber ein Wohnmobil für 6 Personen. So hatten wir angenehm viel Platz und mussten nichts umbauen oder umräumen. Das Wohnmobil war gut und problemlos zu fahren. Die Automatik vereinfachte die Gewöhnung an den Linksverkehr.

Das Wohnmobil hatte folgende Maße und Ausstattung:

Länge: 6,20 m, Höhe: 3,40 m mit Mercedes-Benz-Fahrwerk und Fahrerhausklimaanlage über Dieselmotor

 Mikrowelle (220 V), Heizung/Klimaanlage (220 V), Gasherd, Heißwasser mit Gas, Automatikgetriebe.

Cairns - Atherton Tablelands - Mission Beach (240 km)

Wir fuhren nicht sofort die Küste entlang Richtung Süden, sondern machten einen Abstecher in die westlich von Cairns liegenden Atherton Tablelands (Tafelberge - Kuranda liegt übrigens auch schon in dem Gebiet der Athertons). Kommt man vom tropischen Cairns in die Tablelands ist man überrascht über das satte grün und die intensive Landwirtschaft. Ein Besichtigungsmuß ist die große Würgefeige bei Yungbarra. Weiter fuhren über Malanda, Millaa Millaa, South Johnstone und Silkwood nach Mission Beach am Pazifischen Ozean zur ersten Übernachtung mit unserem Wohnmobil auf einem australischen Campingplatz. Von diesem Platz waren wir etwas enttäuscht: Stellplätze waren recht klein - wir brauchten Rangierhilfe um unser Womo auf den Stellplatz zu stellen (bei den noch kommenden Campingplätze waren übrigens die Stellplätze größer)

10-hinchinbrook_island

Mission Beach - Townsville (240 km)

Von Mission Beach ging unsere Fahrt auf dem Bruce Highway über Cardwell und vorbei an der Hinchinbrook Insel (siehe Bild) und vielen Zuckerrohrplantagen nach Townsville. Hier übernachteten wir im Lakes Caravan Park. Da wir zwei Übernachtungen geplant hatten, buchten wir en suite (eigenes Bad - oft  kann man nur bei einem Mindestaufenthalt von zwei Tagen en suite erhalten). Der Campingplatz war gut; er gehört keiner Kette an.

Townsville

Townsville hat 88.000 Einwohner und ist die Hauptstadt von Nordqueensland. Sie ist auch die zweitgrößte Stadt des Bundesstaates (für Europäer sind außer den wenigen Millionenstädten wie Sydney, Melbourne, Perth, Adelaide die australischen Städtchen und Orte einwohnermäßig ungewohnt klein). In Townsville sind noch eine ganze Reihe von Kolonialgebäuden erhalten, die man liebevoll restauriert hat.

reefHQ

Die Attraktion Townsville ist der große Aquariumkomplex reefHQ. Er zählt zu den größten seiner Art. Besucher können hier durch Glasröhren wandern und das authentische Great Barrier Reef hautnah erleben. Man erfährt alles über die Fische und Korallen, die im Great Barrier Reef leben. In dem Aquarium befindet sich noch ein 360 Grad Kino und ein Museum.

Townsville - Airlie Beach (285 km)

Die Strecke von Townsville nach Airlie Beach ist recht langweilig. Zuckerrohr-, .Ananas- und Mango-Plantagen säumen den meisten Teil der Straße. Dazwischen sind trockene, graugelbe Felder, auf denen hin und wieder Rinder zu sehen sind. Wir blieben zwei Tage auf dem sehr schönen Top Tourist-Camping-PlatzIsland Gateway.

Whitsunday- (Pfingt-) Inseln

Die Whitsunday-Inseln sind ein australisches Paradies. Sie bekamen ihren Namen (deutsch: Pfingstinseln) von James Cook, der sie am 4. Juni 1770, einem Pfingstsonntag, entdeckte.

Die gebirgige Inselgruppe liegt im blau schimmernden Wasser des Pazifischen Ozeans. Subtropische Üppigkeit, einsame Traumbuchten, undurchdringliche Buschwälder und fischreiche Korallenriffe verleihen den Inseln einen paradiesischen Anstrich. Herrliche Badestrände an glasklarem, blauen Wasser erwarten die Besucher - und eines der besten Segelreviere der Welt mit lagunenartigen Buchten, auf dem gleichen Breitengrad wie Tahiti.Von den 74 Inseln sind nur wenige bewohnt.

Jede der Inseln hat ihren eigenen Charakter und ist meist in Besitz von einem größeren Hotelkonzern, der ein bestimmtes Konzept für die ganze Insel umgesetzt hat. So ist z.B. Hayman Island die luxuriöse, Hamilton Island die mondände und Daydream Island die familiäre Insel. Lindeman Island steht unter der Regie des Club Med.

Mittels Fähren kann man die Inseln besuchen. Bei wunderbarem Wetter besuchten wir die Inseln Long Island, Daydream Island und Hamilton Island.

Airlie Beach – Mackay – Kinka Beach - Hervey Bay (1.000 km)

Der nächste Ort, wo wir in paar Tage bleiben wollten, war Hervey Bay. Dieser Ort ist Ausgangspunkt für Besuche auf Fraser Island und für Walbeobachtungen.

Für die 1.000 Kilometer hatten wir drei Tage geplant. Die erste Etappe von 165 km ging von Airlie Beach bis in die Nähe von Mackay, die zweite Etappe von Mackay nach Kinka Beach an der Capricorn-Küste (375 km) und die dritte Etappe von 460 km von Kinka Beach nach Hervey Bay.

Die etwa 1.000 km lange Strecke hat kaum touristische Höhepunkte. Die Straße (Bruce Highway) geht hauptsächlich durchs Landesinnere ohne wechselnde Landschaft. Es sind nur wenige Häuser bzw. Häuseransammlungen zu sehen. Zwischen Mackay und Rockhampton (320 km) gibt es nur 2 richtige Rastplätze.


Die Strecke ist aufgrund fehlender Abwechslung und schnurgerader Straße stark unfallgefährdet. Straßenschilder weisen immer wieder auf diese Tatsache hin. Alle paar Kilometer lag ein überfahrenes Känguru am Straßenrand.

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt. Die Insel ist 165.000 Hektar und hat eine Länge von 124 km und eine Breite zwischen 5 und 27 km.

Fraser Island ist geprägt von gigantischen Sanddünen, dichten Urwäldern, tiefblauen Süßwasser-Seen, kristallklaren Bächen und einer einzigartigen Flora und Fauna.

Zur Erkundung der Insel ist ein Allradfahrzeug notwendig, denn die einzigen Straßen sind Sandpisten und Strände. Manchmal landen auch kleiner Flugzeuge auf dem Strand

Walbeobachtung

Bei wunderbaren Wetter und einer Temperatur von bis zu 28 Grad machten wir mit einem  Boot eine nahezu ganztägige Walbeobachtungsfahrt. Beim Kauf der Tickets wurde uns garantiert, dass wir Wale zu sehen bekommen, sonst bekämen wir unser Geld zurück. Die Zusicherung wurde voll eingehalten: wir bekamen zwischen 15 und 20 Wale zu sehen.

Hervey Bay - Beerburrum (330 km)

Wir fuhren von Hervey Bay nicht direkt nach Brisbane, sondern machten einen Umweg zu den Glasshouse Moutains.  11 Felsenberge erheben sich aus der Ebene. Sie entstanden vor vielen tausend Jahren durch Eruptionen. James Cook sollen die Berge im gleißenden Licht an englische Treibhäuser (Glasshouse) erinnert haben, daher der Name.

Beerburrum - Brisbane (65 km)

Am Vormittag fuhren wir die kurze Strecke nach Brisbane und gaben unser Wohnmobil zurück. Ab Mittag machten wir einen Bummel durch die quirlige, aber nie hektische Hautpstadt von Queensland. Wir aßen in einem der vielen Straßenrestaurants zu Mittag. Es war warm und die Sonne schien - kein Wunder, da es in Brisbane selten regnet.

In Brisbane endete unsere Reise durch Queensland.

Zusammenfassung

Es war eine angenehme und sehr interessante Reise. Die Preise in Australien liegen etwas unter unseren. Diesel kostet knapp die Hälfte.

Die Menschen sind freundlich und offen, hilfsbereit und dienstleistungsorientiert. Die wirtschaftliche Lage ist gut und die Menschen machen einen zufriedenen Eindruck. Die bei uns vorherrschende politische und ökonomische Beharrung auf Hergebrachtem ist in Australien unbekannt. Die Menschen sind zukunftorientiert; dies sieht man auch an den Familien mit mehreren Kindern auf Campingplätzen.

In Australien herrscht Linksverkehr - für Kontinentaleuropäer gewöhnungsbedürftig. Der Verkehr fließt ruhig und entspannt. Gewagte Überholmanöver oder Drängeleien haben wir nicht beobachtet.

Auf allen besuchten Camping-Plätzen waren die Waschräume und Toiletten blitzsauber und es war auch immer genügend Toilettenpapier vorhanden. In den allermeisten Fällen haben die Plätze auch Grilleinrichtungen (elektrisch oder Gas). Die Benutzung kostet manchmal einige Cents, manchmal ist die Benutzung auch kostenlos. Es gibt zwei große Campingplatz-Ketten: BIG4 und TOP TOURIST: man kann alle bedenkenlos anfahren.

Die Camping-Plätze sind selten an zentralen Punkten. Wenn man Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten machen möchte, kann man die gängigen am Campingplatz buchen und wird dort auch abgeholt und wieder zurück gebracht. Obwohl Australien ein riesig großes Land ist, sind auf manchen Campingplätzen die Stellplätze relativ eng und klein und man sitzt fast "aufeinander". Andererseits gibt es aber auch großzügige Plätze, wie man sie bei uns selten findet.

Strom (powered) und Wasser gab es auf allen Plätzen, die wir besucht haben. Nur bei sehr einfachen, abgelegenen Plätzen (meist in Nationalparks) kann es vorkommen, daß es keinen Stromanschluß gibt (meistens sind diese Plätze zum Zelten gedacht). roße Campingplätze bieten individuelle Duschen und Toiletten an (nennt sich 'en suite'). Auf Campingplätzen sollte man die wenigen zusätzlichen Dollar für einen Stromanschluß investieren, da Mikrowelle und insbesondere Klimaanlage/Heizung des Wohnmobils nur mit 220V-Strom funktionieren.

Links zu besuchten Campingplätzen und zu den beiden großen Ketten

Airlie Beach: http://www.islandgateway.com.au

Kinka Beach: http://www.coolwaters.com.au

Hervey Bay:http://www.happywanderer.com.au

Beerburrum: http://www.glasshousetouristpk.com.au

Die Kette BIG4: http://www.big4.com.au

Die Kette Top Tourist Parks: http://www.toptouristparks.com.au

Weitere Informationen

Einen noch detaillierteren Bericht über die Reise ist zu finden im Internet unter http://www.hbemmert.de/reisen

 

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