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Indien-Rajasthan Rundreise vom 28. Oktober bis zum 14. November 2011

Ein Reisebericht von Bernd Loewe mit freundlicher Unterstützung von Jutta Tetsch

Von Düsseldorf brachte uns die Lufthansa nach München, von dort waren es ca. 7 Stunden nach Delhi.

Der deutschsprachige Reiseführer erwartete uns im Flughafen und verfrachtete uns in den fast neuen TATA-Bus, der uns für die Rundreise zugeteilt wurde.

Da es im September heftiger als sonst geregnet hatte, fuhren wir nach einem Frühstücksstopp einen Umweg über „bessere“ Straßen nach Mandawa.

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Aber die rund 330 Kilometer hatten es in sich, neben guten Streckenabschnitten auch Baustellen und einige Staus. So waren wir erst nach rund 8 Stunden im Hotel Mandawa, ein ehemaliges prächtiges Castle, das zum individuellen Hotel umgebaut wurde. Unterwegs staunten wir zum ersten Mal über die ärmlichen Verhältnisse, die an Afrika erinnerten. 

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Ein feudales Abendessen mit großer Auswahl am Büffet und anschließend erste nette Gespräche schlossen den Abend ab, der trotz der plus 3,5 Stunden Zeitverschiebung erst gegen 23 Uhr in unserem großzügigen Zimmer endete. Ermattet sanken wir in die Betten, denn die Flugnacht brachte kaum Schlaf, der rasant überholende Busfahrer liebte seine Hupe, so konnte man auch im Bus kaum ein Nickerchen halten.

Besichtigungen in Mandawa

Die Nacht war erholsam, das Frühstück abwechslungsreich. Die besondere Atmosphäre des Hotels trug zur guten Stimmung bei. Am Vormittag führte uns der Reiseleiter durch die Räume des Hotels (einige Bilder) und erklärte die zahlreichen Malereien. Anschließend lief die Gruppe durch Mandawa. Zunächst wurden zwei Havelis besichtigt, überreich mit Mustern und Bildern verzierte Kaufmannshäuser. Die nur etwa 80 Jahre alten kleinen Paläste, sind zum Teil bewohnt, aber nicht in einem guten Zustand. Sie bildeten seinerzeit den Mittelpunkt der Stadt, durch den früher die alte Seidenstraße verlief. 

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Die Besitzer haben kein Geld zum Renovieren, hängen aber an dem Familienerbe, so der Reiseleiter. Sie verlassen sich auf die Dienerschaft, die dort mietfrei wohnt und ohne regelmäßiges Einkommen den allerschlimmsten Verfall verhindert.

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Die Stadt, die Straßen und Häuser machten für europäische Augen einen ungepflegten Eindruck. Begleitet wurden wir von einigen Kindern, die hartnäckig bettelten oder Postkarten und Kalender verkaufen wollten. Ein wenig Deutschkenntnisse hatten sie sich angesichts der vielen Touristen bereits angeeignet. Aber auch Spanisch und Italienisch wäre kein Problem bestätigte der Reiseleiter. Einige ältere Souvenirverkäufer waren recht ausdauernd, wobei im Laufe der Zeit der Preis immer niedriger wurde. Mit Erfolg, ein von Hand gefertigtes Vorhängeschloss aus Messing in der Form eines Löwen vervollständigt jetzt die heimische Sammlung der Loewes.

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Nachdem der Reiseleiter die Gruppe zum Hotel zurückgeführt hatte, machten wir uns alleine auf, um das eigentliche Leben der Stadt nachzuvollziehen. Die langgezogene Hauptstraße bot trotz Sonntag eine Vielzahl von Händlern, kleinen Geschäften und vielen Menschen. Irgendwie fesselnd anzusehen, die Frisöre, die Handwerker, Obststände und alles im Angebot was zum täglichen Bedarf zählte.

Aber auch Handys waren zu kaufen, übrigens ein Statussymbol. Die im Verhältnis zum Einkommen teuren Gebühren zu zahlen, klappt hier scheinbar. Für ein Kilo kleine süße Bananen haben wir rund 45 Cent bezahlt, die das Mittagessen ersetzten.

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Leider überall Abfall, viel Staub, die heiligen Kühe hinterließen ihre Fladen, die Gebäude eigentlich durchgängig marode. Viele Menschen waren zu sehen, die sichtbar der Armut ausgeliefert waren.

Der Anblick des lebendigen Verkehrs, die überwiegend uralten Busse, die Eselskarren oder Kamelkarren, oft schwer beladen, hinterließen beim Betrachter zwiespältige Gefühle.

Aber das war indisches Leben pur in dieser etwa 30.000 Einwohner zählenden Kleinstadt. Heruntergekommene Sehenswürdigkeiten, gleichgültig wirkende Menschen, viele Kühe und ärmliche Lebensverhältnisse waren die Eindrücke des ersten Tages, alles in allem sehr gewöhnungsbedürftig für europäische Augen. 

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Danach war Zeit zum relaxen auf “unserer” Terrasse im Hotel. Ein Affe tauchte auf, unverkennbar ein Männchen, er versuchte in das Zimmer einzudringen und machte es sich anschließend auf dem Boden gemütlich.

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Am frühen Abend ließ sich die Gruppe auf der großen Terrasse vor unserem Zimmer nieder, es gab einen Begrüßungsdrink auf Kosten der Firma „Orient Express“ des Reiseleiters. So kam man sich im entspannten Gespräch ein wenig näher.

Das Abendessen war wieder ausgezeichnet, das selbst Skeptiker der indischen Küche lobten.

Kleinkünstler sangen und tanzten ein wenig, das gleiche Programm wie am Vorabend. Aber meistens sind die Touristen nur einen Abend im Hotel und so spult die kleine Truppe jeden Abend ihr Programm mit „Inbrunst“ ab.

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