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Reisebericht Kalifornien vom 1. April bis 12. Mai 2005

 von Ilse Warm - Teil 2

Weiter nach Norden in den Sequoia Nationalpark, jetzt heißt es steile Serpentinen hinauf zu schneebedeckte Wälder mit majestätischen Mammutbäumen, wo es im Hochwald Hinterland Bären und Berglöwen gibt.

Hier steht auch der gerühmte General Sherman Tree, benannt nach einem Bürgerkriegsgeneral mit einer Höhe von 84 m, einem Umfang von 31 m, einem Durchmesser von 10 m und ca. 1250 t schwer, mit seinen 2300 Jahren wohl das größte Lebewesen der Welt. Eine schnell wachsende Mammutbaumart „Sequoiadendron giganteum“.

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Die Straße in den Kings Canyon ist noch gesperrt doch der Blick zum schneebedeckten Mount Whitney (4417 m) entschädigt.

In Fresno übernachten wir auf einem Supermarkt Parkplatz und fahren am Westrand der Serra Nevada weiter nach Norden. Der Yosemite Nationalpark ist unser nächstes Ziel. Am Eingang geht es zum Mariposa Grove, diesen Mammuthain erklärte Lincoln schon 1864 zum Naturschutzgebiet.

Nach einem Tunnel geht es runter zu eines der schönsten Täler Amerikas. Der Merced River schuf es und die Gletscher vertieften dieses 11 km lange Wiesental. Dort stürzen Wasserfälle in zwei gigantischen Stufen 740 m in die Tiefe. In dem Felsenmassiv aus Granit bilden Wände dramatische Kulissen. Bei Kletterern weltbekannt ist der 2300 m hohe El Capitan mit seiner glatten, senkrechten und 1000 m hohen Felswand. Campingplätze, die auch schon gut besucht sind befinden sich im Tal. Am Eingang können wir eine Ver- und Entsorgungsstation nutzen, was bei den großen Tanks nicht oft nötig ist.

Nach dem hübschen Städtchen Sonora gehen wir in Angels Camp auf einen Camping Platz der überwiegend von Dauercampern belegt ist. Und schon sitzen wir zwischen Amerikanern bei Kaffee und Kuchen zu einem SmallTalk. Hier könnte man noch singen „ There is plenty of gold so I am told...“ denn wir befinden uns auf den Spuren der Goldsucher, die hier ihr Glück zu machen hofften, wo 1849 der Goldrausch einsetzte.

Damals veränderte die Entdeckung von ein paar Klumpen Gold Kaliforniens Gesicht. Goldgräberromantik hat sich von Sonora bis Nevada City am Hwy 49 bis in die heutige Zeit herübergerettet. Auf 220 km sind die Orte im Gold Country mit Gaslaternen und Häuser mit ihren Holzveranden perfekt restauriert. 

Zum 500 m tiefen und 35 x 20 km großen Gebirgssee Tahoe geht es quer durch die Sierra Nevada. An den Hängen vergnügen sich die letzten Skiläufer und am Ufer des Sees liegt noch der Schnee. Wir genießen die Aussicht über die prächtig blaue Wasserfläche bis zu den schneebedeckten Gipfel, die sich leuchtend auf der stillen Wasseroberfläche widerspiegeln. Ein herrliches alpines Panorama und mittendrin die Insel Fannette.

Der Hwy 89, nach einer Übernachtung in Quincy, führt uns direkt in den Lassen Volcanic Nationalpark. Der 3187 m hohe Vulkan spie zum letzten Mal 1914 Feuer, 1915 explodierte der Gipfel und bedeckte seine Hänge mit einer 5 m dicken Lavaschicht. Brodelnde Schlammtümpel, heiße Quellen und Schwefelgasausstöße weisen auf eine trügerische Ruhe hin. Auch hier sind um diese Jahreszeit nicht alle Straßen geöffnet. Eine Rangerin erklärt uns, dass je nach Wetterlage immer mehr Straße für die Besucher freigegeben wird.

Im Norden des Sees fahren wir nach Incline Village in Nevada wo die Ponderosa Ranch, bekannt durch den Wildwest-Klassiker Bonanza, liegt.

In der Nähe von Whiskytown bei Redding besuchen wir das Goldgräbermuseum Shasta und informieren uns über historische Zeiten des Kalifornischen Goldrauschs. Dann geht’s „Back to the Bay“ zur US 101.

In Arcata sind wir am Pazifik und bleiben auf dem RV Camping im Humboldt Lagoons State Park. Am nächsten Tag fahren wir die US 101 nach Norden über Crescent City, mit seinem hübschen Battery Point Lighthouse bis Oregon, machen wieder kehrt und bleiben, mit Abstechern in die Redwood National Parks, bis Los Angeles auf dem US Hwy 101 und 1. Der Himmel verdunkelt sich und ein Wolkenbruch folgt, der einzige Regen in 6 Wochen und nach 2 Stunden scheint wieder die Sonne.

Redwoodwälder bedeckten einst die gesamte Kalifornische Küste. Heute gibt es sie nur noch innerhalb eines engen Streifens entlang der Küste von Crescent City an der Grenze zu Oregon bis zur Monterey Bay.

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Auf dem Weg nach Süden halten wir in dem komplett erhaltenen viktorianisch en Juwel Ferndale an.

Ich fotografiere jedes Haus und alle sind traumhaft schön.

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Doch die Straße der „Trees of Mystery“ könnte man immer wieder fahren. Die bis zu 90 m hohen Giganten, kleine Verwandte der Riesenquoien, stehen fest verwurzelt und das zum Teil schon seit 2600 Jahren. Hier gibt es auch viele Wanderwege und Zeltplätze mit Übernachtungsmöglichkeit, aber auch Bären.

Die alte 52 km lange Strecke, die heute „Avenue of the Giants“ heißt, befahren wir einmal nach Süden bis Phillipsville und wieder zurück bis Pepperwood um die Küstenstraße über Capetown, ein kurviges Erlebnis, nicht zu versäumen.

In Garberville übernachten wir wieder auf einem Supermarkt Parkplatz und machen uns am anderen Morgen auf den Weg nach Mendocino, mit viktorianischem Charme welches an ein neuenglisches Dorf erinnert.

Nach dem Untergang der Holzfällerstadt ist dieser idyllische Ort Treffpunkt der Kunstszene.

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Das russische Erbe wird heute im Fort Ross State Historic Park erhalten. Dieser Stützpunkt diente in erster Linie als Basis für Fischottern-Fallensteller.

Dann folgt 35 km südlich das Dorf Bodega Bay, hier drehte Alfred Hitchcock 1963 „Die Vögel“. Auch hier im Sonoma Country drehte er „Schatten des Zweifels“.

Entlang der Sonoma Küste fahren wir weiter Richtung Süden.

Um ins Wine Country zu gelangen verlassen wir die Küste. In den Tälern Napa- und Sonoma Valley gedeihen Weine, die Kenner zu den besten der Welt zählen. Die Sonne und der vulkanische Boden sind ideal für die Reben. Nach einer Führung in der Benzinger Family Winery in Glen Ellen, London Ranch Road verkosten auch wir das edle Nass – unter anderem Pinot Noir, Chardonnay und Cabernet Sauvignon.

Danach besuchen wir den „Jack London State Historic Park“ wo der Schriftsteller schrieb, lebte und 1916 seine sterblichen Überreste auf einem kleinen Hügel begraben wurden. Schon 1903 war er weltberühmt mit der literarischen Leistung „Ruf der Wildnis und später mit „Seewolf“

Schon aus der Ferne erkennen wir die pittoreske Skyline von San Franzisko, das Herz Nordkaliforniens.

Ein erhebender Anblick, und schon liegt das Wahrzeichen der Stadt vor uns, die 2700 m lange Golden Gate Bridge.

Vor lauter Begeisterung übersehen wir an der Mautstelle auf der rechten Seite die breitere Durchfahrt, und dann passiert es, wir stecken fest

Unser Ärger dauert nur wenige Minuten und der Schaden wird bei der Ankunft in der Mietstation El Monte freundlich, schnell und kulant geregelt. Um uns eine Übersicht zu verschaffen geht es kreuz und quer durch die hügelige Stadt.

Entlang der Fisherman’s Wharf fahren wir auf den Hwy 80 über die gigantische, zweistöckige Bay Bridge mit einem Abstecher nach Treasure Island bis Oakland und wieder zurück.

Für mehrere Tage stellen wir dann das Wohnmobil auf dem etwas südlich gelegenen RV Platz in Pacifica City ab um dann per Bahn die Stadt zu besichtigen. Dazu bietet sich die „Bay Area Rapid Transit“ einfach BART genannt an. Es gibt die kurvenreichste Straße der Welt, Japan Tea Garden, Bay Area, Chinatown und vieles mehr, aber das Gefühl in der fahrenden Legende zu sitzen, das Cable Car ist nicht zu toppen.

Der meistfotografierteste Baum am Cypress Point Lookout wird auch von uns abgelichtet, warum wissen wir eigentlich auch nicht.

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Zum Teil 3

Auf den Piers der Fisherman’s Wharf, mit seinem maritimen Flair ist immer etwas los. Neben Andenkenläden, Künstlern, Aquarium, Fischrestaurants lümmeln sich Seelöwen an der Westseite.

Um auch nichts verpasst zu haben, beschließen wir mit einer geführten Stadtrundfahrt unseren Aufenthalt.

Jetzt führt der Hwy One durch eine Küstenregion mit einer natürlichen Schönheit. Die berühmte Serpentinestraße umrundet malerische Buchten entlang der Steilküste. Am Monterey Bay liegt das Aquarium, welches 6500 Meeresbewohner beherbergt.In Pacific Grove beginnt der 17-Meilen Drive. Wir zahlen Eintritt für dieses Privatland mit herrlicher Küste, die wirklich etwas Besonderes ist, hier leben viele Reiche in ihren Villen und trimmen sich auf den Golfplätzen.

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Ab Carmel folgt Big Sur, eine Küste wilder Schönheit.

Während im Sommer der Wind heult und Felsen von den hohen Klippen auf die Straßen stürzen reißen im Winter Sturmfluten Teile des Highways weg. An vielen Stellen können wir es an geflickten Straßenabschnitten erkennen.

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