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Anreise Hattingen - Emmendingen - Genua -12.10.

Das Reisemobil war mal wieder gepackt, entgen unserer sonstigen Praxis diesmal auch mit einem gewissen Vorrat an Lebensmitteln und Fertiggerichten, die in Libyen wahrscheinlich gut zu gebrauchen sind. Am 12. Oktober 2009 wurde gegen Mittag der Diesel angeworfen. Nach einer regenfreien Fahrt erreichten wir nach 494 Kilometern am frühen Abend nach einer Stauumfahrung Emmendingen, unseren regelmäßigen Übernachtungsplatz für Touren in den Süden und zurück. Der nur etwa 10 Minuten Fußweg von der netten Stadt entfernte Stellplatz bietet Ver- und Entsorgung, keinen Strom und ist kostenlos, bzw. eine Spende ist erwünscht. Eine Bahnlinie, die durch die Stadt führt, ist allerdings zu hören, aber erträglich.

Ein wenig Bewegung - 13.10 bis 15.10.

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Verabredet waren wir hier mit langjährigen Reisemobilfreunden, drei Tage haben wir uns Zeit genommen. Ausgedehnte Wanderungen in die Umgebung zur Hochburg, die immerhin bereits 1127 urkundlich erwähnt wurde, zur Ruine Landeck und entlang der Elz, an einem Tag mit weiteren Mobilfreunden, ließen die Zeit nicht lang werden.

Die Eroberung eines über 50 Meter hohen Aussichtsturmes mit 240 Stufen lockte nicht jeden der an diesem Tag acht Wanderer. Der Autor war trotz der herrlichen Aussicht schnell wieder unten, denn durch die Strickjacke blies ein heftiger kühler Wind. Prall gefüllte Tüten mit aufgesammelten Walnüssen und Äpfeln erfreuten die SammlerInnen unter uns. Selbst einige Zeit zum Plauschen auf den Campingstühlen an den Reisemobilen hat sich ergeben.

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Ein wenig Kultur

In Emmendingen wurden uns in dieser Woche erfreulicherweise an zwei Abenden eintrittsfreie Musikveranstaltungen geboten. Einmal in der „Kulturmühle“ Mehlsack.com, dort spielte Bugs Henderson und The Shuffle Kings, ein „abgefahrender 66-jähriger Bluesrockverrückter“ aus den USA, der seine Gitarre bravourös beherrschte. Allerdings wurde die tolle Musik sehr laut dargeboten, was den einen oder anderen Zuhörer veranlasste, sich Stücke von Papiertaschentüchern in die Ohren zu stopfen. Die Gage wurde per Hut eingesammelt, lockere Atmosphäre, nette Bedienung, das Landbier war süffig. Das Gehör brauchte allerdings anschließend einige Zeit um wieder normale Geräusche zu verstehen.

Im Schlosskeller-Emmendingen.de, eine „Kulturkneipe“, spielte am nächsten Abend eine elfköpfige Funk/Rock/Soul-Band, zwar Amateure, aber mit Leib und Seele auf der Bühne und durchaus hörenswert. Vor allen Dingen wurde das Gehör nicht so belastet. Auch hier wurde eine „Aufwandsentschädigung“ für die Band aus Freiburg gesammelt. Zivile Preise, gute Stimmung und ein nettes Publikum rundete diesen Abend ab. 

Genua - 16.10.

Kleiner Abschiedsschmerz, Brigitte und Werner übernahmen unseren kleinen Hund, den sie während unserer Reise vereinbarungsgemäß betreuten. Nach drei kühlen, aber überwiegend sonnigen Tagen rollte unser Reisemobil Richtung Schweiz, durch den 17 Kilometer langen Gotthardt-Tunnel, vorbei an Mailand nach Genua. Die Schweizer Schwerlastabgabe kostete für Fahrzeuge über 3.5 t Gesamtgewicht 22,50 Euro, damit kann man an 10 Tagen innerhalb von 12 Monaten die Schweiz durchqueren. Die italienischen Maut-Raubritter knöpften uns 12,80 Euro ab. Auch diese Fahrt ohne die Scheibenwischer zu betätigen und ohne Stau. Das freute den Piloten.

Am späten Nachmittag trafen wir nach 562 Kilometern auf dem Campingplatz caravanparklavesima.it ein. Etwas außerhalb von Genua zwischen Bahnlinie und Straße am Meer gelegen. „Tolle ruhige Lage“, mal wieder „Wasser auf meine Mühlen“, was die Abneigung für Campingplätze betrifft! Denn die „erste Reihe“ direkt an der Bahnlinie, wir vielleicht 25 Meter entfernt. Da wäre der preiswertere (allerdings nach Erzählungen noch lautere) Stellplatz in Genua vielleicht doch eine Alternative gewesen. 

Emi und Bernd, Tourteilnehmer unserer Libyenreise waren dort bereits den zweiten Tag. Ein erster Austausch und die Verabredung der Abfahrtzeit am nächsten Morgen zum Hafen ergab den ersten Kontakt. 

Genua Hafen - 17.10.

Die Nacht war wie erwartet, nicht sonderlich gut geschlafen. In der Nacht stürmte es hin und wieder, von den Bäumen prasselte kleine Äste und sonst was auf das Reisemobil. Die Züge fuhren bis Mitternacht, danach wurde die Zug-Frequenz geringer, gegen 5 Uhr fuhren die Züge wieder häufiger. Für das Parken an den Gleisen haben wir 19,80 Euro gezahlt, immerhin, Ver- und Entsorgung war möglich. Übrigens werden dafür schlichte 10 Euro verlangt, falls jemand auf den Gedanken kommt nur diesen Service im Vorbeifahren in Anspruch zu nehmen.

Einen Supermarkt im nahen Arenzano haben wir schnell gefunden, die Vorräte wurden aufgestockt. Das Navigationsgerät führte uns zuverlässig über die Stadtautobahnen in den etwa 25 Kilometer entfernten Hafen. Bald reihten wir uns in die Schlange der wartenden Fahrzeuge ein. Der Check-in war problemlos, ruck zuck wurde uns die Kabine 7408 auf der „Splendid“ zugeteilt. Ein Formular mit allen Daten zur Person und zum Fahrzeug musste ausgefüllt werden, das wurde vom einem Polizeibeamten lustlos, ohne eines Blickes zu würdigen gestempelt, das war es an Formalitäten. Während der Wartezeit konnten viele tunesische „Heimkehrer“ mit abenteuerlichen Dachlasten auf ihren Fahrzeugen beobachtet werden, aber auch Allradfahrzeuge und Lkw mit Anhängern mit Motorrädern, die offensichtlich in der Wüste zum Einsatz kamen.

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Unser “BIG GRASSHOPPER” ist immer zu erkennen!

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Genua - Tunis

Gegen 13:30 Uhr wurden wir in das Schiff eingewiesen. Das Reisemobil musste rückwärts eingeparkt werden, aber es war ausreichend Platz zum rangieren vorhanden, alles ohne Schwierigkeiten. Der Aufzug brachte uns in das Deck „Atlantic“, ein asiatischer Kabinenboy führte uns zur Kabine. Die 4-Bett-Innenkabine mit Zweierbelegung war halbwegs sauber, aber kuschelig klein, vielleicht 10 Quadratmeter. Keinen Platz für einen Stuhl, geschweige für einen Sessel. Aber was soll's, es ist nur eine Nacht.

In der Nachbarschaft lärmte eine Familie mit einem plärrenden Kleinkind, das hörte sich an, als wenn es die eigene Familie in der Kabine wäre. Das war doch für die Nacht viel versprechend... Gegen 15.45 Uhr, mit leichter Verspätung, legte die Fähre ab.

Das Schiff wurde 1996 gebaut, in einigen Ecken waren die ca. 13 Jahre Betriebszeit auch schon sichtbar. Der Innenbereich war ganz nett, mit dem üblichen nicht unbedingt preiswerten Service in den Bars und Restaurants. Auffällig war das freundliche überwiegend asiatische Personal. Der Bereich des überdachten leeren Swimmingpools diente als Raucheraufenthalt und machte einen etwas ungepflegten Eindruck. Das qualitativ bescheidene Angebot des Selbstbedienungsrestaurants füllte unsere Mägen zum Abend.

Zu viert plauderten wir noch eine Runde, bald verzogen wir uns in die Kabinen. Das Kind in der Nebenkabine dachte noch nicht an Schlaf, ein guter Test für Ohropax, dass vom Autor schon längere Zeit für solche Fälle im Gepäck war.

Die Nacht war wie erwartet, zunächst zwar schnell eingeschlafen, aber gegen 3 Uhr störte das Ohropax doch, also raus damit. Allerdings war dann das kräftige Schnarchren eines Kabinennachbarn durch die dünne Wand zu hören. Das Schiff schaukelte leicht, es knarrte hier, es knarrte dort. Um 5:30 Uhr krähte der/die Kleine nebenan. Nach dem dürftigen Frühstück begann die Wartezeit, um 13 Uhr soll das Schiff in Tunis ankommen. Die See war ein wenig unruhig, leichte Schaumkronen begleiteten uns. Das Wetter wurde nach und nach etwas besser, die Wolken verschwanden, nur die knapp 20 Grad enttäuschten ein wenig.

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