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Ghadames - Derj - Griyat - 30.10.

Am heutigen Morgen war die Abfahrt um 8 Uhr angesagt, denn mal wieder über 500 Kilometer waren zu fahren. Im benachbarten Zeltlager der libyschen Großfamilie war es noch ruhig.

Zunächst zur Tankstelle und billigen Diesel gebunkert. Das zwei Mobile aus der Gruppe ihr Abwasser mit Zustimmung der Reiseleitung (leider) direkt auf der betonierten Fläche der Tankstelle ablaufen ließen, war aus der Sicht des Autors auch in diesem Land völlig ohne Umweltbewusstsein (z.B. Ölwechsel direkt in den Sand der Wüste) nicht angemessen.

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Wenn wir Europäer uns auch wie die Einheimischen verhalten, dann mag das nicht auffallen, aber dennoch sollten wir uns anders benehmen. Unterwegs in der Wüste bei einem Stopp am Straßenrand ist das Grauwasser innerhalb kürzester Zeit versickert, andere Möglichkeiten bestehen in Libyen nicht. Die Toilettenkassetten konnten immer auf den Campingplätzen entsorgt werden.

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Rund 100 Kilometer fuhren wir bis Darj zurück, um dann auf die breite bestens asphaltierte Straße Richtung Gariyat zu fahren. Auch heute eine Schafsherde, die angesichts der merkwürdigen Leute mit Fotoapparaten reiß aus nahmen.

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Unglaublich diese Weite des Landes, über 300 Kilometer kaum Verkehr, ohne das sich die Wüstenlandschaft grundlegend verändert. Überwiegend sehr flach, so weit das Auge reicht. Da etwas langweilig, wurde das Tempo auf um die 110 km/h angehoben, was dem Autor viel zu schnell war.

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Unterwegs wurde bei einer Rast nochmal geklärt, dass die Gruppe bei dieser Reisegeschwindig keit auf der guten Straße nicht so weit auseinander fallen sollte, da die Vorderen dann nicht wissen, ob hinten etwas passiert ist. Am heutigen Tag war ein etwas schwächeres motorisiertes Mobil als letztes Fahrzeug oft weit hinten, das wurde geändert, danach lief es prima.

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Bald wieder ein schneller Stopp, ein totes Dromedar am Straßenrand, der Kadaver bereits aufgebläht und stinkend musste von einigen Reiseteilnehmern besichtigt und fotografiert werden. Der Autor hat verzichtet, aber ein paar Knochen können auch geboten werden. 

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Mal wieder eine verdreckte „Dromedar“ Tankstelle, die Zapfsäulen brachen bald auseinander. Aussteigen in unmittelbarer Nähe der Tanksäulen war eigentlich nur mit Gummistiefeln möglich. Hoffentlich war wenigstens der billige Diesel sauber! Aber bisher haben die Fahrzeuge den libyschen Saft klaglos geschluckt, von dem Mouldi versicherte, es wäre guter Diesel. 

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Bei einem Reisemobil fiel der 5. Gang aus, der Gang ließ sich zwar einlegen, aber Leerlauf war das Resultat. Die weiteren Kilometer bestimmte dieses Mobil im 4. Gang die Geschwindigkeit mit um die 80 km/h, was von allen Reiseteilnehmern ohne Einschränkung akzeptiert wurde.

Dem Autor störte das nicht, so fuhr man wesentlich gelassener durch die Landschaft, das Auge hatte Zeit die Gegend zu betrachten. Schließlich war es völlig unerheblich, ob wir etwas früher oder später unseren Übernachtungsplatz erreichten.

Die Landschaft veränderte sich, der eine oder andere Hügel lockerte das Bild auf. Heute waren die Straßen in einem guten Zustand. 

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In Shwayrif wurde am Nachmittag Rast in einer von Tunesiern geführten Raststätte eingelegt und von einem Teil der Gruppe ein gutes umfangreiches preiswertes Menü gegessen.

Nebenan befanden sich die typischen Geschäfte mit den Angeboten für das tägliche Leben.

Rund 70 Kilometer weiter fanden die fünf Reisemobile und das Begleitfahrzeug in der Wüste einen Übernachtungsplatz, unweit einer Polizeistation.

Ausgetrocknetes Gestrüpp von allen gesammelt diente für ein Lagerfeuer, der Abend klang mit fröhlicher Unterhaltung aus.

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Unser libyscher Reiseleiter Hedi ging zum telefonieren in die Wüste und kam mit Gestrüpp auf dem Arm wieder. Der schien ja überall seine Kontakte zu haben ...

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Übrigens, noch immer dabei, der Polizist in Zivil Akram, der im Freien schlief. Freundlicherweise stellte ein Reiseteilnehmer eine Campingliege zur Verfügung, die er dankend annahm.

Mouldi hatte nach der Ankunft sein kleines Zelt aufgebaut, er schwärmte von seiner neuen Matratze und dem Schaffell, was seine fürsorgliche Frau ihm eingepackt hat. Das war auch gut so, denn die Temperaturen in dieser Nacht sanken auf etwa 8 Grad. 

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