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Tunesien

La Goulette, Hafen von Tunis - 18.10.

Mit einer rund einstündigen Verspätung traf das Schiff im Hafen von Tunis, La Goulette ein. Das Ausschiffen selbst war kein Problem, nur Geduld war gefragt, bis endlich das Autodeck betreten werden konnte. Die Einreiseformalitäten waren ein wenig umständlich, aber wir hatten die vielen Vordrucke bereits vollständig in Deutschland ausgefüllt, Die entsprechenden Formulare mit einer Anleitung zum Ausfüllen waren der Reisebestätigung beigefügt. Der Zollbeamte schaute flüchtig in das Reisemobil, äußerte sich anerkennend, schaute kurz in die Heckgarage und bestätigte handschriftlich die Überprüfung auf einem der Formulare. Insgesamt viermal wurden wir an verschiedenen Stellen mit dem Vorlegen von Papieren beschäftigt. Hilfsbereite einheimische „Geister“ nutzen die Unsicherheit der Touristen und schleusten uns in der richtigen Reihenfolge mit den entsprechenden Formularen an die jeweiligen Schalter, natürlich gegen ein kleines Bakisch. Aber dafür wurde alles problemlos absolviert.

Das erste tunesische Geld wurde bei der STB Bank noch im Hafengelände getauscht. Der Kurs betrug für einen Euro exakt 1,892 tunesische Dinar (TND), ein TND beinhaltet 1000 Millimes. Übrigens, noch 2006 betrug der Kurs ca. 1,30 TND.

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Mouldi Oueslati erwartete uns vereinbarungsgemäß vor den Toren des Hafengeländes und führte uns außerhalb von Tunis in ein Strandrestaurant. Dort tranken wir zur Begrüßung ein wohlschmeckendes tunesisches Bier und legten unsere Tour für die nächsten sieben Tage in groben Zügen fest. Allerdings mussten wir noch im Verlauf des Gespräches etwas umplanen, Mouldi lud uns vier für den nächsten Abend zum Essen in sein Heimatdorf in der Nähe von Bou Arada ein. Etwas überrascht, aber dankend nahmen wir die Einladung an und bekamen Tipps für die rund 100 Kilometer lange Anreise.

Im fast leeren Strandrestaurant wurden wir mit leckeren Fisch- und Muschelgerichten verwöhnt. Später ab in die Reisemobile, die am Rande einer kleinen in der Nacht absolut ruhigen Straße standen, ein Tipp von Mouldi. Der kräftige Wind beruhigte sich zum Abend, eine angenehme Nacht schloss sich an.

Bou Arada - 19.10.

Nach einem gemütlichen Frühstück war die Suche der richtigen Straße durch die Großstadt Tunis, zunächst Richtung Sousse, dann die Straße nach Fouchana die Pfadfinderaufgabe des heutigen Tages, was auch gut klappte. Entlang der Straße Richtung El Fahs sind gewaltige Aquädukte zusehen, die von den Quellen des Diebel Zaghouan bis nach nach Kathago reichten.

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Wenig später erreichten wir eine der bedeutendsten römischen Ruinenstätten Tunesiens.

„Thuburbo Majus“, eine bereits um 100 vor Christi vom römischen Kaiser Augustus gegründete Kolonie für Kriegsveteranen entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer wohlhabenden Stadt. Aus dem 2 und 3 Jahrhundert stammende Kapitolstempel mit seinen Säulen ist teilweise wiederherstellt und zu besichtigen. Ein längerer Spaziergang  durch die Baukunst der römischen Architekten beeindruckte.

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An diesen Mosaikböden wurde gerade gearbeitet. Allerdings waren die Restaurateure gerade nicht zu sehen.

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Schrift oder Kunstwerk?

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Über El Fahs, dort kurzer Stopp, führte uns der Weg nach Bou Arada, der Heimatstadt von Mouldi Oueslati. Nach einem Abstecher in sein wunderschönes Wohnhaus, wo er demnächst auch auch Gästezimmer (weitere Bilder) anbietet, fuhren wir zum Gehöft seiner Eltern weit außerhalb auf einer Hochebene. Dort waren wir ja zum Abendessen eingeladen.

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Hier ging es zur Sache, der Hahn brachte der Henne bei, wer “Hahn im Korb” war! Die Viecher fingen mit Imponiergehabe an, plusterten sich auf, begannen den Kampf, behackten sich und die Gegnerin sang zu Boden. Danach verschwanden beiden Kontrahenten in verschiedene Richtungen, als wenn nicht geschehen wäre.

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Mouldis junge Frau Rim kochte ein leckeres riesiges Cous Cous für uns, Salat als Vorspeise und ein gebackene Spezialität auf Fladenbrot mit Hühnchen, alles schmeckte ausgezeichnet. Ein Gläschen Wein war auch dabei. Später wärmte uns ein wenig ein “Lagerfeuer” in einem halben Fass. Nach langen Geschichten aus dem Leben der Familie Queslati wurde es uns allen doch zu kühl, wir verkrochen uns in die Reisemobile. 

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