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Kairouan - Bou Arada - 19.11.

In Kairouan (Wikipedia) haben wir auf die Besichtigungen der Innenhöfe der Moscheen verzichtet, bereits 2006 haben wir diese uns angesehen. Während der Rest der Gruppe das „Pflichtprogramm“ absolvierte, schlenderten wir durch die herrlichen Suoks dieser Stadt, wir mussten uns zwar der „Anmache“ erwehren, aber darin haben wir Erfahrung, ein freundliches „Asslama“ (Guten Tag) und „Schukran“ (Danke), ließ die Aktivitäten erlahmen, das waren die Händler scheinbar nicht gewohnt.

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Die Gründung der heute noch vorhandenen überdachten Märkte in der Altstadt geht auf das Jahr 774 zurück.

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Mitten in der Medina von Kairouan befindet sich der älteste und zugleich ungewöhnlichste Brunnen der Stadt. Der Brunnen ist im ersten Stock eines Hauses. Das ist vielleicht noch nicht ganz so außergewöhnlich, aber um den Brunnen läuft ein Kamel und zieht das Wasser aus dem Brunnen. Schon ein komischer Anblick mitten im Haus ein Kamel zu sehen. Mir tat das Kamel jedoch recht leid, da es nicht nach einem glücklichen Tier aussah. Der Brunnen Bir Barouta soll mit der heiligen Quelle Mekkas verbunden sein, wir lehnten dankend einen Schluck aus den tausendfach benutzten Tonkrügen ab.

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Ein Teppichhändler handelte sich selbst für einen kleinen Teppich herunter, er meinte ohne Reiseführer, der Provision erhält, „guter Preis“.

Gekauft haben wir trotzdem nicht, wir machten klar, das wir die Anmache nicht mögen, deswegen kaufen wir nicht. Der Händler war regelrecht empört, „Das wäre nicht korrekt, das wäre doch sein Geschäft!“. So ist das, andere Länder, andere Sitten.

Aber nahezu unbemerkt von all dem Trubel trotzt Kairouan der Moderne. Hier lebt man im Rhythmus des Islams. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein in den Gassen.

Die Händler waren clever, selbst unsere Initialen lagen griffbereit zum Verkauf...

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“L'Aid”, das Hammelfest warf seine Schatten voraus. Überall in der Stadt erhielten die Viecher ihre Gnadenmahlzeit in den Gassen, vor den Häusern.

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Auch hier wurde ein Hammel für das Fest gehalten, im Hintergrund wurden Elektroherde und Sat-Anlagen verkauft.

Das Opferfest erinnert an die Geschichte des Propheten Ibrahim (Abraham). Der hatte zwei Söhne, Ismail und Isaak. Eines Tages kam ein Engel zu IUbrahim und befahl ihm, einen seiner Söhne zu töten. Ibrahim war entsetzt, wollte aber Gott gehorchen. Als er zum Messer griff, um seinen Sohn zu töten, sprach eine Stimme: "Töte ihn nicht!"

Ibrahim hatte die Probe bestanden, auf die sein Gottvertrauen gestellt worden war. Er opferte daraufhin einen Widder, dessen Fleisch er mit Freunden und Bedürftigen teilte. In Erinnerung an die Rettung Ismails schlachten Muslime jährlich am Opferfest ein Tier.

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Die Hauptmoschee, das Wahrzeichen der Stadt. sie ist die vierte heilige Stätte des Islams nach Mekka, Medina und Jerusalem. Denn hier, als die Araber einst nach Afrika vordrangen, rammte der Heerführer Oqba ibn Nafi seinen Speer in den unwirtlichen Steppenboden und gründete die erste arabische Stadt Afrikas. (Bild rechts Wikipedia)

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Eine Reifenwerkstatt vulkanisierte den besagten defekten Reifen, der weiter Luft ließ. In der Tat, es wurden vier kleine Löcher festgestellt. Dank Mouldi war das in einer knappen Stunde erledigt.

Während der Wartezeit konnte das lebhafte Treiben ringsherum betrachtet werden. Kleine Werkstätten und Lackierbetriebe trimmten uralte Autos „auf neu“, wie zum Beispiel ein Mercedes der Baureihe 123, der total ausgeschlachtet war.

Das freundliche Angebot eines Frisörs meinen Wochenbart zu rasieren, lehnte ich dankend ab.

 

Weiter ging die Fahrt nach Bou Arada. Unterwegs an den Straßenrändern wurden unzählige Schafe angeboten, die üblichen Grills an der Straße zeigten ihren noch lebenden „Nachschub“ welch Verwandter gerade auf dem Feuer schmorte. Das noch blutige Fell hing zum trocknen daneben. Da konnte einem Europäer doch ein wenig der Appetit vergehen.

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Kurse vom 19.11.2009 gefällig?

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Am späten Nachmittag erreichten wir zum zweiten Mal auf unserer Reise das Bergdorf bei Bou Arada,

Die junge Frau von Mouldi hat uns ein leckeres Abendessen mit Unterstützung der Verwandtschaft gekocht, alle waren ausnahmslos begeistert.

Als Dank haben wir ein kleines Geldgeschenk für Mouldis Tochter überreicht. Die Reiseleitung wurde gelobt, die kleinen Fehler verziehen.

Der Besuch auf Mouldis Hof war das offizielle Ende der Reise. Drei Paare fuhren am nächsten Tag mit der Fähre nach Genua, Emmi, Bernd und wir hatten noch zwei Tage Zeit.

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