![]() |
|
Sidi bou Said - 20.11. Bereits um 7 Uhr (das uns!) stand “kontinentales” Frühstück für die ganze Gruppe zur Verfügung, aber auch leckeres frisches Fladenbrot in Olivenöl getunkt, Frühstück auf tunesische Art. Um 8 Uhr geleitet Mouldi die Gruppe nach La Goulette, den Hafen von Tunis. Unser „Big Grasshopper“ rollte eine andere Strecke Richtung Tunis, ein großer französischer Supermarkt füllte zum letzten Mal in Tunesien die Schränke. Die Alkoholabteilung durften wir erst gegen Vorlage eines Ausweises betreten, einige Flaschen tunesischen Wein lagen bald im Einkaufswagen. |
|
|
|
|
|
||||||||||||||||||||
|
|
|
|
Bizerte - 21.11. Die Nacht mit geringen Störungen am frühen Morgen, denn in der Nähe war eine Baustelle. Dennoch gut geschlafen. Die Sonne tat sich schwer, es war stark diesig. Was machen wir mit dem letzten Tag? Einen Ausflug nach Bizerte! Bald düsten wir über die Autobahn durch eine grüne und waldreiche Landschaft, Afrika zum entwöhnen. 5 TND wurde an Maut verlangt, auf der Rückfahrt stellten wir fest, die Frau an der Mautstelle hat uns betrogen, es kostete offiziell nur 1,90 TND. |
|
|
|
||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|
||||||||||||
|
Am Reisemobil sprach uns ein deutscher Reisemobilst an, der war alleine unterwegs, wollte bis März bleiben oder doch schon Weihnachten Zuhause sein. Er plauderte über dies und das, wahrscheinlich froh über ein deutsches Gespräch. Danach bummelten wir an der Küste entlang, viele Hotels und gepflegte Straßen. Hier übernachten? Nein, die rund 100 Kilometer fuhren wir noch am Nachmittag zurück. Pech gehabt, die Brücke über den Fluß in Bizerte zum neuen Hafen war geöffnet, eine Stunde haben wir etwa gewartet, danach herrschte ein Verkehrschaos. Puh, wir waren froh, dass uns ein freundlicher Fahrer eines Kleintransportes einfädeln ließ, übrigens eine Seltenheit in Tunesien, normalerweise wird man eher abgedrängt. |
|
Übernachtet haben wir wieder in Sidi bou Said, diesmal war die Barriere zum Hafenbereich nicht mehr besetzt, keine Gebühr fiel an. Dafür haben wir am letzten Abend in Tunesien ein gutes, ein wenig vornehmes Restaurant gefunden, ein Klasse Fischmenü wurde uns geboten, nett bedient, solide Preise. La Goulette - 22.11. Schönes Wetter, ein gemütlicher Morgen. Emmi und Bernd tauchten plötzlich auf, sie hatten nur wenig entfernt übernachtet. Gegen 12 Uhr erreichten wir den Hafen von Tunis, La Goulette. Der Dieseltank wurde vorher noch randvoll gefüllt, der mit 1,10 TND für den guten 50er Diesel doch um die Hälfte günstiger als in Italien. Die Zeit in Libyen für 8,3 Cent den Liter war leider vorbei. Um 16 Uhr war die planmäßige Abfahrt der Fähre, um 23:30 Uhr (!) betraten wir unsere Kabine. Mit rund achtstündiger Verspätung legte das Schiff ab, keiner konnte sich erklären warum. Stundenlanges warten, viele fliegende Händler versuchten die letzten TND der Touristen zu ergattern. Ein Abendessen der gehobenen Art, die pikanten Sandwiches mit Hähnchen bzw. Würstchen für schlichte 2,50 TND haben sogar geschmeckt. Um 20 Uhr die Tagesschau gesehen, danach aus Langeweile ein wenig in einen Film rein geschaut. Gegen 21:30 Uhr bewegten sich die ersten Fahrzeuge, das große egoistische Drängeln begann, denn alle mussten einspurig durch ein Tor in den Zollbereich. Insgesamt acht mal wurden wir kontrolliert! Polizei, Zoll, Auto aus dem Pass austragen, dort Ticket gezeigt, dort wieder die Pässe, am Schiff noch mal Zoll, Pässe, wieder ein Blick in das Auto und Heckgarage. Schon wieder wurde der Algerier in der Dusche übersehen, aber der Wagenboden wurde kontrolliert. Alles ohne Probleme, mit der gehörigen Portion Gelassenheit sowieso. Wir gehörten zu den letzten Fahrzeugen, die das Schiff befuhren, wurden zur “Belohnung” nah an der Ausfahrt eingewiesen. Die Letzten werden die Ersten sein ... Nordafrika ade, 6.770 Kilometer waren es diesmal auf diesem Kontinent. Es werden nicht die letzten Kilometer sein. Jetzt hofften wir auf eine ruhige Überfahrt nach Genua. Genua - 23.11. Die Nacht war ruhig, tagsüber schaukelte der Kahn zwischendurch ordentlich. Also Reisetabletten eingeworfen und an die Wirkung geglaubt! Tatsächlich, beim ersten mal hörte das Schaukeln wenig später auf, tolles Medikament! Dann erneut das Schaukeln, der Magen meldete sich bereits ein wenig. Auf das Abendessen haben wir verzichtet, also noch ein Pillchen, diesmal dauerte es länger bis das Schaukeln aufhörte. Erst gegen 23 Uhr verließen wir das Schiff als eins der ersten Fahrzeuge. Vorher hat die italienische Polizei einen Stempel auf unseren Zettel mit unseren Daten gedrückt, dieser wurde uns bei der Ausfahrt angenommen. Kontrolle auch für die Hafengebühr? Emmi und Bernd hatten auf der Hinfahrt in Arenzano einen ruhigen Parkplatz zum Übernachten, direkt am Meer, 25 Kilometer vom Hafen entfernt, entdeckt. Den nutzten wir gemeinsam für eine ruhige Nacht mit leichten Brandungsgeräuschen, herrlich geschlafen. In der dieser Zeit war das Tor mit der 2-Meter-Höhenbegrenzung geöffnet. Tunesiens Süden, ein kleines Fazit Am Rande der Sahara, viel Sand, doch vor allen ist der Süden ein Land, in dem teilweise Monotonie von Fels und Geröll über Hunderte von Kilometern dem Reisemobilfahrer dennoch fasziniert. Abwechslungsreich, von flach so weit das Auge reicht, bis zu bergigen Gegenden mit phantastischen Felsformationen. Die riesigen Salzseen (Chotts) sind die Höhepunkte dieser Landschaft. Die trutzigen 600 bis 800 Jahre alten Speicherburgen der Berber faszinieren noch heute. Es gibt noch authentische Ursprünglichkeit, die Menschen in den kleinen Dörfern, die seit Jahrtausenden fast unveränderte Landschaft. Nicht selten kommt es einem so vor, als wenn die Uhren stehen geblieben wäre. Die Menschen haben hier bereits vor Jahrhunderten das Wasser vorhandener Quellen genutzt und grüne Plamenhaine gepflanzt, wie in Douz und Tozeur, heute Touristenhochburgen. Schön ist diese auf ihre Art abwechslungsreiche Wüste noch immer, birgt sie doch für den Reisemobilsten, dank meistens gut asphaltierter Straßen, kaum Risiken. Was leider noch immer nicht geleistet wird, ist eine durchorganisierte Müllentsorgung. In nur wenigen Orten sind Container oder Mülltonnen zu sehen. Es gibt Orte, da liegt der Müll auf den Straßen, wird bestenfalls am Straßenrand verbrannt. Große wilde Müllkippen, wo Bulldozer mit Sand den Müll vergraben haben, den der Wind wieder frei fegt. Die Plastikflaschen und Plastiktüten fliegen in der Gegend herum. Aber die Mentalität ist hier mehrheitlich so, im Auto das Fenster geöffnet und schon fliegt das Plastikzeugs oder die Alu-Dose durch die Gegend. Hoffentlich lernen die Tunesier irgendwann mal, dass das auf Dauer nicht haltbar ist. Es fehlen offensichtlich noch kluge Politiker, die entsprechend gegensteuern. Vielleicht können wir Jürgen Trittin mal nach Tunesien „abordnen“? Wenn man sich erst an den quirligen Verkehr in den kleinen Städten gewöhnt hat, wo man sich kaum an Regeln hält, an Menschen, die trotz vorhandenen Bürgersteig zu mehreren auf der Straße laufen, die oft zu sehenden Eselskarren, an auf der falschen Straßenseite entgegenkommende Mopeds oder gar Autos, dann fühlt man sich fast heimisch. Unser Schriftzug auf dem Alkoven „as-salamu aleikum“ auf Arabisch kam immer wieder gut an, oft wurde so geantwortet, lachende Gesichter und freundliche Handzeichen begegneten uns immer wieder. Die Menschen haben das offensichtlich als ein respektvolles Zeichen ihnen gegenüber wahrgenommen, wir hatten stets unsere Freude dabei. Tunesiens Süden, faszinierend und ursprünglich, gerne kommen wir wieder! Wer Interesse hat, hier unser Reisebericht 2006 Tunesien. Genua - Emmendingen - 24.11. Mit einer Tankfüllung von Tunis nach Emmendingen! Die Rückfahrt ist super gelaufen, nur hinter dem Gotthardt-Tunnel ein wenig Regen. In Emmendingen am Abend ein griechisches Lokal aufgesucht und ausgesprochen gut verpflegt worden. Es folgte ein kühle Nacht, die ohne Heizung nicht angenehm gewesen wäre. Hattingen - 25.11. Heute sahen wir unserer kleinen Hund wieder, den wir bei unseren Freunden wohlbehalten wieder abholten, nur einmal hat er auf den Teppich gepinkelt! Am Nachmittag, nach einer staufreien Fahrt erreichten wir unsere Heimat, erst ab Köln empfing uns ein regnerisches Novemberwetter. Geschafft, 8.907 Kilometer lagen hinter uns, eine schöne und ereignisreiche Zeit! Bernd Loewe im November 2009
|
|
Zurück zur Übersicht Reiseberichte Deutschland - Europa - Welt
|