Banner_2_Reisemobil-fahren.de

Erfoud, Saharapisten (Steinwüste) und Fahrt zum Wüstencamp Jasmina

8. Tag - 5. März 2005

Wir verlassen am Morgen den Campingplatz Blaue Quelle Richtung Sahara. Unterwegs besuchten wir eine immer sprudelnde Fontäne mit mineralhaltigem Wasser. Die Reiseleitung hatte hier empfohlen zu duschen … als gutes Beispiel sind sie allerdings nicht gesehen worden, denn ein kalter Wind fegte über die Steinwüste. Berber boten an der Quelle Souvenirs an.

Weiter ging es nach Erfoud, ein ursprünglicher von den Franzosen 1917 besetzter früherer Umschlagplatz der Karawanen im Südosten.

Da wir direkt an der ZIZ-Tankstelle parkten, sollte Diesel zu 6,10 Dirhams (knapp 61 Cent) in unser Mobil gebunkert werden. Die Pumpen der Zapfsäulen waren wegen Strommausfall im ganzen Ort außer Betrieb, also wechselten sich zwei junge Männer ab und pumpten mühsam den Diesel per Hand in den Tank unseres Reisemobil. Da eine Nullstellung der Anzeige nicht möglich war, hat ein Tankwart den auf der Uhr vorhandenen Betrag auf seine Hand geschrieben und bedeutete, diese Summe wird von dem neuen Betrag abgezogen. Kein Problem, gesagt, getan.

Der Stromausfall erwies sich als Vorteil bei der Besichtigung der Steinschleiferei Trilobite. Die Maschinen waren außer Betrieb und wir konnten in Ruhe die Werkstatt und die wunderschönen Arbeiten mit Fossilen besichtigen, vom Aschenbecher bis zum Waschbecken, alles war im Angebot. Einer der Arbeiter drückte uns einen geschnittenen Rohling in die Hand, ein großes Fossil war darauf zu sehen. Das waren uns 10 Dirhams wert.

Schnell noch einen Mokka getrunken, und dann ab in die Wüste.

Der Reiseleiter stärkte sein Durchsetzungsvermögen ...

Weiter ging’s in die Sahara, zum ersten Mal fuhren wir längere Zeit im Konvoi. Wir befuhren auch die Pisten auf denen das berühmte Autorennen Paris – Dakar stattfindet. Zuerst durch die Steinwüste (Hammada) dann durch die Kieswüste (Reg) und dann in die Sandwüste (Erg). 

Der Pilot dieses Berichtes fuhr etwas unaufmerksam mit der Musik von der CD der Gruppe Mouloud el Meskaoui des vorherigen Abend im Ohr, dann ein Sandloch, nicht genug Schwung und schon saß das Reisemobil fest.

Das Sprintshiftgetriebe des Mercedes Sprinter war daran auch nicht unschuldig, es wollte zum falschen Zeitpunkt schalten. Aber ein bisschen geträumt hat der Pilot schon ...

Die Nachfahrenden mussten auf der einspurigen Piste warten und einige konnten so gar nicht verstehen, warum das passiert ist. Ich hätte doch … Aber das half ja nichts, den Klappspaten ausgepackt und die Räder freigemacht. Nach drei Versuchen mit 6 bis 8 kräftigen Helfern wurde das Mobil rückwärts wieder heraus geschaukelt. Dann aber mit Schmackes durch das Sandloch – geschafft! Herzlichen Dank den Helfern! Herr Prössel, der zurückgefahren kam, sagte, das passiert fast jedes Jahr einmal. Tja, dieses Jahr war wohl „L“ dran = Loewe. Wenn er auch meinte, ich musste doch nicht gleich die erste Gelegenheit nutzen, es kämmen doch noch genug Stellen zum festfahren. Sehr informativ waren anschließend die einen oder anderen charmanten Kommentare der Mitreisenden über meine Fahrkunst. Teufel auch, ich war in einen Kreis von vielen perfekten deutschen Autofahren geraten. Aber tolerante Mitreisende gab es „hamdullilah“ (Gott sei Dank) auch, ich wurde getröstet mit: “Kann doch jeden passieren”

Kurze Zeit später konnten wir ein Korallenriff mit vielen Fossilien besichtigen.

Der folgende Halt bei einer sesshaften Berberfamilie hat uns Europäern deutlich gemacht, mit wie wenig eine ganze Familie leben kann.

Das Lager und Vorratszelt

Die Küche!

Das Angebot an Souvenirs wurde auf bescheidenen Tischen am Rande der Piste präsentiert.

Wir wurden im Berberzelt aus Ziegenhaar zum Tee eingeladen und bekamen selbst gebastelte Puppen und Fossilen zum Kauf angeboten. Diese Puppen wurden den Kindern entlang der holprigen Piste immer wieder angeboten, endlich Mal kein reines betteln! Wir konnten so ein Püppchen im Tausch gegen einige Kleidungsstücke erwerben. Am Armaturenbrett befestigt, hoffte der Pilot auf einen guten Geist auf den Pisten und kein weiteres Festfahren … es hat tatsächlich für den Rest der Tour geholfen. 

Der Berber-Whisky (Tee!) macht lustig!!!

Die Reiseleitung hat eigens für diese Fahrt einen ortskundigen Führer engagiert, denn die Piste in der Wüste war wegen der leichten Verwehungen nicht immer sichtbar. So zog eine Karawane von Reisemobile mit Tempo um die 20 bis 30 km/h durch die Wüste, bis in der Ferne die ersten hohen Sanddünen auftauchten.  

Die Piste wurde für uns frisch gespurt!

Mitten in der Wüste tauchten Kinder auf, die auch die Püppchen verkaufen wollten.

Und da waren sie, die ersten Kamele! Kurze Zeit später erreichten wir das Wüstencamp Jasmina.

Sandwüste und Kamelreiten

 

Zurück zur Übersicht Reiseberichte Deutschland - Europa - Welt