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Heilbad Sidi Harazem, Nationalpark Ibel Tazeka und Guercif

4. Tag – 1. MĂ€rz 2005

Nach einer regenreichen Nacht auf dem Campingplatz International in Fes haben uns die GerĂ€usche der nahen Schnellstraße rechtzeitig zur morgendlichen freundlichen „Befehlsausgabe“ der Reiseleitung um 8:30 Uhr geweckt.

Warum auch immer, im Konvoi fuhren wir die kurze Strecke zum modernen Heilbad Sidi Harazem.

Dort haben einige Reiseteilnehmer in der 35 Grad warmen klaren Mineralquelle gebadet.

Der Eintritt kostete moderate 20 Dirhams (knapp 2 Euro), die ParkgebĂŒhr bescheidene 5 Dirhams. Es bestand die Möglichkeit, sich kostenlos das trinkbare Mineralwasser in Flaschen abzufĂŒllen.

Dienstbare Marokkaner boten sich an, das Reisemobil fĂŒr 30 Dirhams zu waschen. Bettelnde Frauen und Kinder waren auch hier anzutreffen.

Die Fahrt bei leider bewölktem Wetter mit Regenschauern fĂŒhrte uns rund 70 Kilometer bis auf knapp 1.200 Meter Höhe, dort oben herrschten nur 0 Grad und auf den Straßen befand sich ein wenig Schnee.

Der nÀchste Streckenabschnitt wurde von jedem individuell gefahren. Nach rund 85 Kilometern bei der Ortschaft Sidi Abdalla bogen wir in den Nationalpark Ibel Tazeka ab.

Neben einer abwechslungsreichen Berg-Fluss-Landschaft war die Fahrt durch die KorkeichenwĂ€lder interessant. Die bereits geschĂ€lten BĂ€ume haben ein besonderes Bild abgegeben. Zwischendurch ergaben sich Ausblicke auf die schneebedeckten Berge des Atlasgebirges. Immer wieder wurden wir von winkenden Kindern begrĂŒĂŸt, natĂŒrlich war die Erwartung, dass wir stehen blieben und etwas gaben. Bonbons? Dieses Wort beherrschten viele Kinder. Die jungen Schafhirten fĂŒhren eher zwei Finger an den Mund – Zigarette?

Endlos kurvten wir auf engen etwas holprigen Straßen wieder bergab bis nach Tata. Im Ort half nur der Instinkt die richtige Richtung zu finden, immer rechts gehalten und wir haben die sehr gut ausgebaute Hauptstraße in einer oft kargen Landschaft nach Guercif erreicht.

AuffÀllig in diesen ersten Tagen, immer wieder Polizeikontrollen, durch die wir Touristen immer freundlich durchgewinkt wurden.

Der Campingplatz in Guercif war nach insgesamt 220 Kilometern dieses Tages gut zu finden, der Stern auf dem Torbogen war eher ein Witz. Etwas unebenes, zum Teil sandiges GelÀnde, keine nutzbare SanitÀreinrichtung, ein Wasserhahn. Ein etwas baufÀlliges Schwimmbad, das aber zu dieser Zeit nicht nutzbar war. Und wo war das Cafe?

Viele Reisemobilisten blieben angesichts des etwas zu niedrigen Rundbogens und des GelĂ€ndes lieber auf dem GelĂ€nde vor dem Tor stehen, obwohl fĂŒr Mobile bis ca. 3,20 Meter Höhe die Durchfahrt möglich war.

Aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Der quirlige Ort selbst hatte unzÀhlige GeschÀfte, Cafes, WerkstÀtten aller Art und fliegende HÀndler.

Bestaunt wurde unser an der Leine gefĂŒhrter kleiner Hund, der Anblick war vielfach Anlass zur Heiterkeit.

Ein Bummel durch den Ort Guercif streifte auch den riesigen Markt, auf dem durch den Regen aufgeweichten Boden boten unzÀhlige StÀnde alles Mögliche feil.

Orientalischer Flair – Eselskarren, Maultiere, Kleinlastwagen, Lautsprecheransagen und ĂŒberall Stimmengewirr.

NĂ€chster Tag

NatĂŒrlich prĂ€gen Moscheen das Bild aller Orte  und StĂ€dte in Marokko, denn Staatsreligion ist der Islam. FĂŒnfmal tĂ€glich ruft unĂŒberhörbar der Muezzin zum Gebet. „Allahu akbar“ Nicht selten wurden wir von dem Singsang frĂŒh morgens zwischen 4 und 5 Uhr geweckt.

Die Religion bestimmt nicht nur den Alltag, sondern regelt Heirat, Scheidung, Erbschaft, Körperreinigung, Ess- und Trinkgewohnheiten.

Nach einem ausgiebigen Rundgang durch Guercif haben wir das Restaurant im Robel Mobil aufgesucht und den Tag mit einem GlĂ€schen Wein ausklingen lassen. Gut das ein StĂŒck Heimat auf RĂ€dern vorhanden war.

 

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