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2. Tag - 27. Februar 2005 Fahrt nach Fes

Nach zwei erholsamen sonnigen Tagen auf dem Campingplatz „Rio Jara „ setzte in der Nacht Regen ein. Morgens um 8 Uhr starteten alle Teilnehmer der Tour gemeinsam zum Fährhafen von Algeciras. Ruckzuck waren wir auf dem Schiff, das nur knapp zur Hälfte ausgelastet war. Die regnerische und leicht stürmische Überfahrt dauerte nur etwa 45 Minuten. Nach dem Ausschiffen in Ceuta (eine spanischen Enklave in Nordwestafrika) fuhren wir zur marokkanischen Grenze. Die etwas umständlichen Zollformalitäten dauerten zirka 1 ½ Stunden. Hier ein Blättchen für den Reisepass ausfüllen, die Einreise wird im Pass mit einem Stempel dokumentiert. Dort ein Formular für die Einfuhr des Reisemobil, die internationale grüne Versicherungskarte vorlegen und anschließend noch ein Stempel vom Zoll. Diensteifrige Marokkaner mit etwas Deutschkenntnissen erledigten gerne einen Teil der Formalitäten, natürlich gegen ein Trinkgeld. Eine ungewohnte Situation. Auf die Helfern beim Einweisen der Fahrzeuge zum Parken sollte man sich besser nicht verlassen, ein Mobil und ein Wohnwagen wurden nicht unerheblich beschädigt!  

Mit den ersten marokkanischen Dirhams (DH) nach dem Umtausch an der Grenze im Portmonee konnte unsere Fahrt fortsetzt werden. 100 DH (siehe unten) entsprechen knapp 10 Euro. Da unser Tank fast leer war, konnten wir mit der Landeswährung unseren Dieseltank günstig füllen lassen. Der Liter kostete 5,80 Dirhams, also knapp 58 Cent

Es gelten in Marokko mitteleuropäische Verkehrsregeln, die meisten Straßenschilder sind arabisch und französisch beschriftet. Das Stoppschild hat die uns bekannte Form, doch der arabische Schriftzug mutet doch ein wenig exotisch an. Eine gravierende Abweichung ist die Regelung im Kreisverkehr, rechts vor links gilt auch dort, es sei denn die Vorfahrt ist mit Schildern bei der Einfahrt in den Kreisverkehr geregelt.

Die Fahrt nach Fes über Tetuan und Chefchaouen überwiegend bei Regen hat die ersten gemischten Eindrücke vermittelt, die Städte sind “orientalisch und leicht chaotisch” geordnet. Es begegnen uns immer wieder freundlich winkende Marokkaner, aber auch viele bettelnde Kinder. Die zum Teil bittere Armut in den Dörfern war quasi bis ins Reisemobil zu spüren. Am Straßenrand wurde Obst, Gemüse und oft Keramik angeboten. Die Straßen auf dieser Strecke waren bis auf wenige Ausnahmen von mittelprächtig bis akzeptabel einzustufen. Schlaglöcher und starke Bodenwellen sind keine Seltenheit. Wir dachten an die Ankündigung der Reiseleitung: “Wir fahren nur beste Straßen”!

Gegen 16:30 Uhr nach rund 344 Kilometern trafen wir auf dem Campingplatz International bei Fes ein. Nach der Beschreibung der Reiseleitung “ein sehr guter Platz“ mit Restaurant. Wie sehen dann die anderen Plätze aus? Gut dass wir unsere sanitäre Einrichtung im Reisemobil nutzen können!

Nach der kurzen Besprechung hat ein Teil der Mitreisenden ein Abendessen vorbestellt. Es wurde das typische marokkanische Tajine für 80 DH (knapp 8 Euro) in drei Variationen geboten. Tajine besteht eigentlich aus verschiednen Gemüsesorten mit Fleischklösschen, Hühnerfleisch, Fisch oder Fleisch, manchmal mit Backpflaumen. Das ganze wird in einem speziellen Tongeschirr geschmort und sehr heiß serviert. Die Speisen fanden - in unserem Fall allerdings ohne Gemüse - dennoch allgemein Zustimmung. Alkoholische Getränke sind in Marokko nicht so günstig und nur in speziellen Restaurants zu erhalten. Das Fläschchen 0,25 l Heineken Bier kostete auf dem Campingplatz umgerechnet 2,50 Euro. Da genießt man jeden Schluck. Der Tag endete mit einem Plausch zur Anfahrt, bei Temperaturen um 10 Grad setzte in der Nacht wieder der Regen ein.

Herr Prössel in Aktion

Der morgendliche “Anpfiff”, heute noch am Nachmittag, begleitete uns jeden Tag auf der Tour.

Die etwas abenteuerliche Stromversorgung!

Nächster Tag

 

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