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Thailand Busrundreise und Badeurlaub auf Phuket vom 27. November bis zum 13. Dezember 2007

Fernreise nach Asien: Insgesamt rund 21.000 Flugkilometer und mit dem Reisebus über 1.900 Kilometer durch Nordthailand. Eindrücke eines eingefleischten Reisemobilisten.

„Wir versprechen einen Blick in den Teil des Landes, der eben anders und auf seine Art nicht weniger eindrucksvoll ist als die Hauptstadt und die Badestrände.“ Diese TUI Aussage und die tatkräftige Unterstützung unserer kundigen Reisefreunde hat uns veranlasst eine Fernreise in das Land der ca. 31.000 Tempel zu unternehmen. Das ist mit dem Reisemobil schließlich nicht machbar. Außerdem wollten wir auch mal mitreden können, wenn Pauschalreisende von ihren Fernreisen schwärmen. 

Wenn Reisemobilisten mal eine Pauschalreise machen, dann haben sie sogar Glück. Die zufälligerweise sehr kleine Reisegruppe im Alter von Mitte/Ende 20 bis um die 60 Jahre von nur 16 Personen war sehr angenehm. Denn die erfahrenen Teilnehmer berichteten von anderen organisierten Rundreisen mit bis zu 50 Teilnehmern, vom Streit um den besten Platz im Bus, den Verspätungen von einzelnen Teilnehmern und dies und das mehr. Aber das hält diese Spezies auch nicht von weiteren Pauschalreisen ab, genau so wie wir Reisemobilsten die unangenehmen Seiten unserer Art zu reisen ignorieren.           

Gruppenbild

Der Reisebus

Unser erst kürzlich vollständig renovierter Bus der Marke Volvo bot für jeden Teilnehmer einen Fensterplatz, selbst dann waren die Sitzreihen noch nicht belegt. Sehr angenehm. Der Busfahrer fuhr zwar flott und grundsätzlich sicher, hin und wieder hatte er den Hang zum etwas riskanten überholen. Am besten war gar nicht erst hinzusehen, leider saß ich zu weit vorne ... Insgesamt sieben Tage über rund 1.900 Kilometer auf fast immer sehr guten Straßen war dieser Bus tagsüber unser „Zuhause“.

Die vielen Stopps waren interessante und willkommene Unterbrechungen. Unsere erfahrende, nicht mehr ganz junge deutsche Reiseleiterin, die in Thailand lebt, hatte das richtige Händchen die Tour straff und abwechslungsreich zu gestalten. Ihre Kenntnisse über das Land waren gut, sie konnte auch aus ihrem eigenen erleben einiges erzählen, man musste ja nicht gleich ihre manchmal etwas rigorosen Meinungen zu bestimmten Dingen teilen.

Neben den „Pflicht-Sehenswürdigkeiten“ wurden unterwegs auch nette thailändische Restaurants angefahren, die ausgezeichnetes Essen boten. Kleinere Besonderheiten zur Besichtigung aus ihrer Erfahrung hatte die Reiseleiterin ebenfalls im Programm.

Tempel, Buddhas, Tempel, Buddhas ...

Aber an einigen Tagen überschlugen sich allerdings die Eindrücke, es reihten sich aktive oder alte Tempelanlagen an der Nächsten. Hunderte von Buddhas aller Art und Größen boten sich den staunenden Augen in der Woche dar. Manchmal wäre weniger mehr gewesen. Nun, die richtige Dosis an Sehenswürdigkeiten ist sicherlich bei einer Pauschalreise nicht für jeden Geschmack machbar.

Landschaftlich ist Thailand nach der Regenzeit grün, von unendlich vielen Reisfeldern geprägt und im Norden vom dschungelähnlichen Regenwald geziert. Wer allerdings ausgefallene Landschaften wie z. B. Wüsten, ausgeprägte Gebirgsformationen und exotische Ortschaften liebt, der sollte das Land vielleicht meiden. Thailand ist modern, westlich orientiert und weit weniger exotisch als erwartet. Das „goldene Dreieck“ (der Name stammt aus Schmuggelzeiten) am legendären Fluss Mekong ist landschaftlich schön, der zweistündige Abstecher per Boot nach Laos einschließlich Stempel im Reisepass ein zusätzlicher Gag. Das Gefühl nur noch 265 Kilometer von China entfernt zu sein, war irgenwie auch beeindruckend.

Dem Reisemobilisten fiel es doch sehr schwer, sich mit dieser Art zu Reisen anzufreunden. Zwar war die Einsicht vorhanden, so eine Rundreise lässt sich nicht anders durchführen, aber zum Beispiel selbst die berühmten „PP“ waren nicht zu beeinflussen. Aber im Notfall hatte der Bus ja auch eine Toilette.

Disziplin

Aufgestanden wurde Morgens für uns zu unchristlichen Zeiten um 5:30 Uhr, der Weckruf in den einzelnen Hotels wurde von der Reiseleiterin organisiert, um 7:00 war pünktlich Abfahrt! Widerspruch zwecklos. Da musste man sich sputen, wenn der Weckruf über das Telefon kam. Hurtig aufstehen, duschen, Koffer packen, Frühstücken und die morgendliche Sitzung nicht vergessen. Der Vorteil war oftmals deutlich vor den Hauptansturm der Touristenmassen die erste Sehenswürdigkeit des Tages zu erreichen. Daher waren regelmäßig „Meditionszeiten“ während der Fahrt angesagt. Am Rückflugtag nach Bangkok nach der Rundreise war allerdings bereits die Abfahrtzeit für den Transfer zum Flughafen um 5:30 Uhr, wecken daher schon um 4:30 Uhr. Ohne Anstrengung und Mühe ist eine solche Reise eben nicht zu machen, insbesondere da in den ersten Tagen der Jetlag nach der Zeitverschiebung von 6 Stunden zusätzlich den Organismus belastete. Die Fahrtstrecken waren manchmal lang, das Programm oftmals sehr konzentriert. Es fehlte die Freiheit des Reisemobilfahrens, die individuellen Fotostopps, die Pausen dann zu machen, wenn es einem danach war. Aber auch das Reisemobilfahren hat ja nicht immer nur angenehme Seiten.

Hotels

Die Hotels auf der Rundreise waren überwiegend ansprechend, das Personal eigentlich immer freundlich. Das angebotene Essen war bis auf wenige Ausnahmen ausgezeichnet. In einigen Hotels war der Service hervorragend, dass hat dann richtig Spaß gemacht. Störend waren die in Thailand in der Regel üblichen Absaugtoilettenanlagen in den Zimmern, die sehr laut waren. Manchmal hatte man das Gefühl, die Toilette des Nebenzimmers war im eigenen Raum. Die meisten Hotels waren extrem hellhörig, aber langes schlafen war auf der Rundreise ja eh nicht angesagt.

Die Mücken in Thailand haben ja den Ruf auch gefährliche Krankheiten zu übertragen, entsprechen musste man sich verhalten und sich zumindest am Abend gut einsprühen. In einem Hotel waren sogar die Betten mit Mückenzelten versehen. Auf Phuket kam jeden Nachmittag ein „Boy“, brachte frische Badehandtücher und versprühte Insektenschutzmittel im Zimmer.

Unsere Reisefreunde hatten mit ihrer Erfahrung ein schönes Hotel auf Phuket ausgesucht, grundsätzlich eins der am ruhigsten gelegenen Hotels, was auch zutraf. Auch hier am Flugtag von Bangkok früh aufstehen, um 5:30 Uhr war der Transfer zum Flughafen Bangkok angesagt. Das bestellte Lunchpaket statt Frühstück wurde vom Hotel vergessen, der Snack im Flieger glich das nur notdürftig aus.

Bei der Ankunft im Hotel Katathani waren die gebuchten Zimmer trotz einstündiger Verspätung des Fliegers noch nicht bezugsfertig. Fast zwei Stunden Wartezeit waren zu überbrücken.

Am nächsten Tag musste das Zimmer gewechselt werden, denn das erste Zimmer lag neben dem Raum „Staff Only“, hier traf sich deutlich vor 7:00 Uhr das fröhliche plaudernde Personal, packte klappernd die Servicewagen, ging polternd die Betontreppen rauf und runter. Inakzeptabel, der erhoffte längere Schlaf nach der Rundreise war nicht möglich. Das Umziehen in das neue Zimmer wurde auch nicht gerade gästefreundlich organisiert, wir sollten nach dem Kofferpacken rund vier Stunden ohne Zimmer überbrücken, das hat selbst den örtlichen Reiseleiter empört. Das hat uns aber auch nicht geholfen, wir haben zwar die Vorgabe ignoriert, aber nach knapp 3 Stunden wurde uns der Schlüssel abverlangt, auf andere Fragen wurde nicht eingegangen, schon ein wenig unverschämt. Die richtigen Betten im neuen Zimmer hat die Rezeption auch nicht auf die Reihe bekommen, wir mussten erneut eingreifen.

Die Zimmer selbst waren gepflegt mit Terrasse oder Balkon, eine Besonderheit waren die sanitären Anlagen. Die geräumige Dusche war zum Zimmer hin (!) großzügig verglast, konnte aber mit einem Rollo abgedeckt werden. Die zweite Besonderheit war der ca. 50 bis 60 cm offene Bereich zum Bad und der Toilette, zwar nett mit Steinen, künstlichen Pflanzen und sprudelnden Wasser abgegrenzt, aber die „menschlichen Geräusche“ einschließlich des lauten Spülgeräusches beim Toilettengang waren im Zimmer unüberhörbar. Nun ja, da sind Reisemobile auch nicht immer völlig geräuschlos.

Da waren die mit Handtüchern reservierten Liegen harmlos, es gab eigentlich ausreichend davon. Nett war auch der Hinweis auf einem Merkblatt des Hotels, neben den üblichen Warnhinweisen die Wertsachen im Safe zu sichern, war dort folgendes zu lesen:

„Wir empfehlen Ihnen Besucher in den öffentlichen Räumen des Hotels zu empfangen. Für spezielle Arrangements kontaktieren Sie bitte die Rezeption.“ Was meinte man denn nur damit?

Abgesehen davon war auch dieses Hotel sehr hellhörig, die Gäste auch nicht immer die rücksichtsvollsten, egal ob Türenschlagen, Stühle rücken oder anderes Palaver. Die Einstellung des Personals an der Rezeption war auch nicht berauschend, der in der Reiseleistung enthaltende Früchtekorb auf dem Zimmer musste dreimal reklamiert werden. Dennoch, insgesamt war die Hotelanlage ansprechend und sehr gepflegt, das Frühstücksbuffet war sehr umfangreich und ausgezeichnet. Die restlichen Mahlzeiten haben wir gut und preiswert vor Ort in kleinen Restaurants einnehmen können. Die vielen Engländer mit ihrem „besonderen“ Verhaltensweisen haben nicht sehr gestört und nur Anlass für “freundliche” Kommentare geliefert.

So ein Reisemobilist hat aus guten Gründen seine gepflegten Vorurteile gegenüber Pauschalreisen, diese wurden nicht nur bestätigt, sondern auf dieser Reise sogar noch übertroffen.

Phuket

Der fünftägige Badeurlaub sollte ein kleiner Ausgleich für die Anstrengungen auf der Rundreise sein, aber auch dort möchte man eigentlich nicht länger verweilen. Allerdings die bessere Hälfte fand Pool und Strand wunderbar, was ja auch nicht von der Hand zu weisen war. Aber einen Strand mit einigen Reisemobilen zu teilen ist eben doch eine andere Welt. Die Lufttemperaturen betrugen bei hoher Luftfeuchtigkeit (oft unangenehm) um die 30 Grad und drüber, das herrliche klare Wasser des Meeres hatte angenehme 25 Grad. Den einen oder anderen heftigen Regenschauer haben wir auch abbekommen.

Auch unser Hotel war vom Tsunami am 26. Dezember 2004 betroffen, darüber sollte man besser nicht nachdenken. Aber immerhin, zwischenzeitlich waren Pseudo-Fluchtwege im Ort ausgeschildert.

Der Rückreisetag begann mit dem Wecken um 3:45 Uhr (!), rund 20 Stunden dauerte die gesamte Rückreise bis Düsseldorf. Schlafen? Fehlanzeige! Warum wir in Phuket über 2 Stunden vor dem innerthailändischen Abflug nach Bangkok bereits am Flughafen sein sollten, erschloss sich uns nicht. Das Warten auf den unbequemen Stühlen ist auch nicht selig machend. Diesmal klappte es aber mit den Lunchpaketen, wir hatten alle Zeit der Welt diese zu verzehren.

Fazit:

Es ist faszinierend ca. 9.100 Kilometer in etwa 10 Stunden reiner Flugzeit zu absolvieren. (Hinflug mit etwa 2 1/2stündiger Verspätung, Rückflug ca. 12 Stunden Flugzeit) Anschließend mitten im Moloch der über 10 Millionen Einwohner Stadt Bangkok zu übernachten und auf eine Rundreise zu gehen. Natürlich haben wir viel gesehen, nettes erlebt und schöne Stunden verbracht. Wenn auch das Reisemobilfahren nach dieser Erfahrung aus meiner Sicht nach wie vor die bessere Alternative des Reisens im Gegensatz zu Pauschalreisen ist, solche Fernreisen sind eben nur mit dem Flugzeug möglich. Daher kann es durchaus sein, das wir noch mal Flugreisen buchen, man kann ja auch ein Reisemobil am Zielort mieten ... 

Bernd Loewe im Dezember 2007

Der eigentliche Reisebericht beginnt hier.

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