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Tag des Tees und der Sandrosen

Nach einer ruhigen Nacht verabschiedeten wir uns von den beiden „Zivilsoldaten“, die unweit im Zelt übernachteten. Die beiden hüteten die Kamelherde. Wir wurden noch zum Tee eingeladen. Das Kännchen wurde auf Holzkohle erhitzt, der grüne Tee mundete ausgezeichnet.

Anschließend befuhren wir asphaltierte Wüstenstraßen weiter durch den Chott el-Djerid, bogen auf eine feste Sandpiste ab und hielten an einer weiteren Quelle. Diese Quellen sind aufgrund von Versuchsbohrungen nach Öl entstanden, sicherlich nicht das erwartete Ergebnis. Hier begrüßten wir einen Schafshirten. Prompt wurden wir auch hier zum Tee eingeladen. Da konnten wir nicht Nein sagen. Eine Jeansjacke wechselte den Besitzer, freudig wurde das Geschenk entgegen genommen.

Die Piste war aber gut befahrbar, der Tee war lecker. Wir haben sicherheitshalber nicht so genau hingesehen, wie der Tee zubereitet wurde ...

Aber wir können beruhigen, auf der gesamten Reise waren keine Magen- oder Darmerkrankungen zu verzeichnen.

Weiter ging es, nächster Stopp war ein rustikales Camp an der Straße.

Hier halten auch Reisemobilgruppen an und werden mit Essen und Trinken versorgt. Die Küche machte einen ordentlichen Eindruck.

Nach einem schwarzen Tee führte uns der Besitzer zu seinen Sandrosenfundstellen. Rund zwei Meter tief im Wüstenboden hat er Fundstellen im Salzwasser (!), eine ganze Schicht dieser uralten Sandrosen war zu sehen. Hoch interessant.

Kurze Zeit später trafen wir Hedi wieder, er zeigte uns seine Sandrosen auf seinem Pick-up, die er kurz vorher auf dem Land seines Stamms ausgegraben hatte. Faszinierend die Formationen, von filigranen bis zu großen Blättern.

Vier dieser schönen Stücke interessierten uns, der Preis war in Ordnung und wurde noch im Tausch gegen eine weitere Jeansjacke reduziert. Da wir Gastgeschenke vorbereitet hatten, Mouldi dies bereits frühzeitig „verriet“, schenkte uns Hedi noch zwei weitere wunderschöne Stücke seiner Sandrosen.

Hedis Frau erwarte uns bereits bei unserem nächsten eigentlich geplanten Übernachtungscamp in der Wüste.

Nach einem Mittagsschlaf machte sie sich wieder hübsch. Muldi suchte auch den Schatten.

Inmitten der Wüstenlandschaft lebte der Schafhirte an der Quelle. Diese Bilder können nur ein wenig von der Weite der Wüste vermitteln. Man muß es erleben! Muldi kennt auch hier fast jeden.

Beeindruckend die Weite dieser steppenähnlichen Wüste, die langsam in die Sandwüste überging. Erneut bogen wir auf eine feste Sandpiste ab.

Der Sprinter stockte einmal, da das Sprintshift-Getriebe nicht korrekt schaltete, oder der Fahrer nicht aufpasste. Aber kurz die hinteren Reifen frei gemacht und ab ging die Fahrt in die Wüste. Nur nicht schalten wenn Sand auf der Piste liegt, warnte Mouldi. „Zweiter Gang und immer Gas geben, dann kann nichts passieren.“ So war es dann auch. Der Pilot entwickelt sich noch zum Wüstenfuchs.

Gegen 15 Uhr bewölkte es sich stärker, kurze Zeit später fielen einige Regentropfen. So war das Wüstenklima mit 28 bis 30 Grad erträglich. Am Nachmittag kam etwas stärkerer Wind auf, feiner Sand wirbelte durch die Luft. Kein Platz mehr für die Zubereitung eines Abendessens. Mouldi gab das Zeichen zum Aufbruch. Quer durch die Wüste, auf für unser Reisemobil zeitweise etwas bedenklichen Pisten, fuhren wir zur einer kleinen Oase am Rande des Chott el-Djerid. Hier wirbelte kaum noch Sand durch die Luft. Gut, das Mouldi sich in dieser Gegend bestens auskennt.

Da es geregnet hatte war die Piste in der Salzwüste stellenweise auch feucht, aber wir sind mit Schwung und ein wenig Herzklopfen beim Autor gut durchgekommen.

Hedi und seine Frau sorgte für unser Abendessen, dass auf Holzfeuer im Sand zubereitet wurde. Das Fladenbrot wurde ebenfalls in der Feuerstelle im Sand mit heißer Asche bestreut gebacken. Das beweist, Küchen und Herde sind nicht unbedingt erforderlich zum überleben. Einige Tropfen Regen trübte unsere gute Laune nicht.

Die Beilage bestand aus Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch und Peperoni. Das Ganze verfeinert mit Olivenöl wurde in Alufolie (ja leider, aber zweckmäßig) verpackt und 30 Minuten im Feuer gegart. Reichlich Putenfleisch wurde geschnitten und gewürzt, ebenfalls mit Olivenöl beträufelt und mit Zitronen ähnlich gegart. Zusammen mit dem frisch gebackenen Fladenbrot schmeckte alles köstlich. Dazu spendierte Mouldi eine Flasche Wein.

Eine Runde leckeren Tees beschloss das Essen. Die Araber trinken den Tee nach einem guten Essen mit dem gleichen Hintergrund, wie der Europäer seinen „Verdauungsschnaps“.

Eine kleine politische Diskussion über den Standpunkt der Araber über die Politik der Amerikaner und Israelis beschloss den Abend. Die Araber sind sehr an Politik interessiert und waren neugierig wie die „Freunde“ aus Deutschland dachten. Die Standpunkte waren für uns nicht immer nachvollziehbar.

Hedis Frau erhielt von uns das Gastgeschenk, sie freute sich sehr und ließ sich bereitwillig mit der besseren Hälfte, die das Geschenk überreichte, fotografieren. Es schloss sich in dieser kleinen Oase eine ruhige Nacht an.

Douz, eine Drehscheibe der Nomaden

 

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