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Zweiter Tag Tozeur

Nach einer angenehmen Nacht stand eine Fahrt mit der Kutsche durch die Oasengärten über 2 Stunden auf dem Programm. Produziert werden hier angeblich die besten Datteln der Welt, sie gedeihen nur in den Oasengärten am Rande der Salzseen, denn die Wurzel der Palme müssen im salzhaltigen Wasser baden um den besonderen Geschmack zu erreichen.

Der Gelehrte Ibn Chabbat hat bereits im 13. Jahrhundert ein Bewässerungssystem entwickelt, das bis heute Bestand hat. Er entwickelte ein kompliziertes System von Wasserrechten, auf den der einzelne Bauer Anspruch hat. Die Wasserzufuhr wird tageweise gesteuert. Aller Orts wird Ibn Chabbat mit Denkmal, Straßennamen usw. geehrt.

Die Elefanten sehen zwar echt aus, sind aber Reklame für einen Tierpark, den wir allerdings nicht besucht haben.

Die Oasengärten sind riesig, bieten neben den Palmen Gemüsefelder und Bananenanbau.

Bananen fast reif und rechts noch als Minifrucht. Der breite Sonnenhut aus Palmenblättern schützte den Autor vor einen Sonnenstich.

Diese Kinder waren angesichts der Touristen sehr interessiert.

Während der Weiterfahrt durch die Gassen trafen wir erneut eine fröhliche Hochzeitsgesellschaft, es wurde gesungen getanzt und mit lauten Rufen wurde der Umzug begleitet.

Ein Blick über eine Mauer auf den Friedhof und Blick in eine der Nebenstraßen.

Ein Teil der Fahrt war ein Besuch in einer Ziegelbrennerei am Stadtrand, die wie im Mittelalter Ziegel produzierte. Ein sympathischer junger Mann erklärte im verständlichen Deutsch seine Arbeit.

Das Deutsch hat sich der junge Mann selbst beigebracht, alle Achtung!

Die Lehmmasse wird von Steinen und Sandrosen befreit in eine Holzform gestrichen, bis zu 600 Ziegel schafft er so an einem Tag ... ohne Gewerkschaft.

Mit Asche bestreut trocknen die Ziegel in der Sonne bevor sie im Brennofen gestapelt und nach einem ausgeklügelten Verfahren mit 1200 Grad gebrannt werden. Rund 10.000 Ziegel passen in den Ofen, der mit trockenen Palmwedeln befeuert wird.

Nebenher töpferte der fröhliche junge Mann, um sich etwas dazu zu verdienen. Bei soviel Fleiß haben wir gerne ein Souvenir bei ihm erstanden. Während der gesamten Zeit wartete geduldig der Esel unserer Kutsche.

Natürlich sind in Tozeur auch moderne Ecken zu finden.

Arabisch müsste man können!

Nach über zwei Stunden Fahrt mit der Kutsche trafen wir wieder am Campingplatz ein. Gerne haben wir für uns vier die 30 Dinar gezahlt, etwa 19,50 Euro.

Eigentlich war relaxen angesagt. Aber da der Autor an seinem Reisemobil eine Reifenpanne festgestellt hatte, musste das innen liegende Rad an der zwillingsbereiften Hinterachse des Sprinters gewechselt werden. Gut das ein kräftiger Junger Mann geholfen hatte, die Radmuttern zu lösen. Mit Kalles Hilfe konnte das Rad gewechselt werden. Offensichtlich hatte ein Stein die Reifenwand beschädigt, ein tiefes Loch zierte den Reifen. Mouldi organisierte mit einem Taxi eine Reparatur (vulkanisiert) des Reifen innerhalb von 2 Stunden. Noch mal Glück gehabt, unterwegs wäre das sicherlich nicht so einfach vonstatten gegangen.

Nach dieser schweißtreibenden Arbeit und einer erfrischenden Dusche schlenderten wir zur nahe liegenden Quelle und kletterten auf einen Aussichtsfelsen in einem kleinen Freizeitpark.

Ob dieses Dromedar uns an- oder auslachte, das haben wir nicht verstanden.

Keine Angst, wir wollen heute nicht reiten!

Anschließend relaxten wir in der zum Campingplatz gehörenden kleinen Bar bei Cafe und Wasser unter Palmen.

Anschließend stand ein Besuch des bis Mitternacht geöffneten Museum „Dar Cherait“ auf unserem Programm. In einer fantastischen 1001 Nacht Optik werden in der Anlage Museum, Restaurant, Cafe und kleine Läden präsentiert.

Am Abend sind wir einer Empfehlung des ADAC-Reiseführers gefolgt und haben das Restaurant „Le Petit Prince“ aufgesucht. Die Speisenkarte war reichhaltig und mit französischer und englischer Beschreibung gut zu verstehen.

Die Gerichte haben uns geschmeckt, der Wein war lecker, ein guter Service hat den Abend abgerundet. Das war uns für 4 Personen 69 Dinar wert, etwa 45 Euro. 

Das Museum war faszinierend, ein Querschnitt der Kultur in der arabischen Welt.

Die Wächter begleiteten uns mit Erklärungen, die zum Teil auch in Deutsch an den einzelnen Exponaten beschrieben waren. Einfach sehenswert!

Genau wurde darauf geachtet, ob wir auch einen kleinen Obolus in das Kästchen am Ausgang geworfen haben.

Gegen 23:30 Uhr trafen wir auf unseren Campingplatz ein, der vom Museum nur wenige Minuten entfernt liegt. Der Platz hatte sich zwischenzeitlich für eine Hochzeitsgesellschaft von sicherlich über 100 Gästen herausgeputzt. Wir bekamen ein Getränk spendiert. Bis 1 Uhr beobachten wir das Brautpaar, die Rituale und lauschten der Band, die traditionelle tunesische Musik mit Gesang präsentierte. Wegen der anwesenden Touristen war die Genehmigung für die Feier auf 1 Uhr begrenzt. Hoffentlich haben wir damit nicht dem Brautpaar die Stimmung vermiest.

Ein unglaublich abwechslungsreicher Tag mit vielen Eindrücken entließ uns erst gegen 2 Uhr ins Bett. 

Fahrt durch den Salzsee Chott el-Djerid

 

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