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Nix wie weg

Eigentlich hätten wir noch einen Tag Zeit gehabt, da ein Zwischenstopp beim Reisemobilhersteller Woelcke am 3. September eingeplant war. Aber das Reisefieber hatte uns bereits gepackt. Die erste kleine Etappe führte uns von Hattingen nach Altendiez. Der Stellplatz am Sportplatz kostet 5 Euro, die bei Einkehr in die Gaststätte „Lahnblickhalle“ angerechnet werden. Preiswert, rustikal und riesige Portionen, aber durchaus empfehlenswert. Allerdings auch ein Sportlertreff, am Abend die Fußballer, früh am Morgen die Jogger. Alle parken auf dem gleichen Parkplatz, der Kies knirschte und ist des Langschläfers Ohren lästig. 

Am nächsten Abend ein Abstecher nach Leonberg, oh wie schade, die kleine schöne Familienpizzeria hat für immer geschlossen. Die preiswerte freie Tankstelle in Rutesberg ist auch geschlossen, aber Shell senkte just die Preise, für 1.13,9 Euro heutzutage günstig getankt.

Die Übernachtung in Heimsheim, unweit des Reisemobilherstellers Woelcke, war ruhig. Es sollte ein elektrischer Dachlüfter montiert werden. Leider erwies sich der Elektroanschluss des neuen Dachlüfters als problematisch, ein dicker Kurzschluss konnte erst nach längerem Suchen gefunden werden. Dann stellte sich noch heraus, der Lüfter der Dachluke ließ sich nicht stufenlos regulieren. Dennoch, die Mannschaft hat sich größte Mühe gegeben. Aber ein Gebrauch in der höchsten Stufe war möglich, am Abend wurde noch schnell ein „Reklamations-Mail“ an den Importeur geschrieben.

Ein Reisebericht von Bernd Loewe

Die folgende Nacht verbrachten wir auf „unserem“ Übernachtungsplatz bei Touren in den Süden, in Emmendingen. Das nahe Restaurant „Campus“ bot günstig und gut für 8,50 Euro am Freitagabend ein Grillbuffet „bis zum abwinken“ an. Draußen auf der Terrasse genossen wir die untergehende Sonne, Entspannung pur. Die Nacht war bis auf die obligatorischen (erträglichen) Bahngeräusche angenehm. Am Morgen schnell noch die V&E Stadion genutzt, den Spendenkasten gefüttert und weiter ging die Fahrt. 

Bei schönem Wetter rollte unser „Big Grasshopper“ durch die Schweiz, die Schwerlastabgabe vom Vorjahr war noch für die Hinfahrt gültig. Nur einige kleine Staus trübten den Fahrspaß, auch vor dem Gotthard-Tunnel zähflüssiger Verkehr, aber den Tunnel selbst konnten wir flott durchqueren.

Safaripark oder Friedhof?

Eine weitere Zwischenübernachtung in Italien war in Pombia geplant, am dortigen „Nuovo Safari Park“ war im Stellplatzführer ein kostenloser Stellplatz ausgewiesen. Wir kamen nach 18 Uhr an, der Stellplatz war hinter einer Hecke zu sehen, er war aber nicht mehr zu erreichen. Offensichtlich kann man nur gegen Eintritt in den Park den Stellplatz „kostenlos“ nutzen … Man könnte sicherlich auf dem offenen Pkw-Parkplatz übernachten, aber es war noch früh und wir rollten über gute Landstraßen knapp 60 Kilometer nach Beregurdo, der dortige Parkplatz am Friedhof bietet etwas außerhalb eine ruhige Übernachtungsmöglichkeit, die wir bereits kannten.

Dort konnte dann auch die H7-Halogenleuchte des linken Abblendlichts des Sprinters, der den Fehler meldete, ausgetauscht werden. Sogar für die Fähigkeiten des Autors faszinierend einfach durchzuführen. Auf einen ruhigen Abend folgte eine ruhige Nacht, klar bei den „Nachbarn!. Die Kirchenglocken bimmelten am Sonntagmorgen dezent, ein Blumenverkäufer baute seinen Stand auf, die ersten Besucher des Friedhofs trudelten ein. Wir machten Platz und frühstückten ca. 200 Meter weiter vor dem Sportplatz.    

Übernachtung vor Ancona in Fano

Die gut ausgebaute Autobahn ließ sich fast durchgehend per Tempomat fahren. Sehr schön in Italien, die Raststätten bieten oft auch eine V&E Stadion. Diesen Service nutzten wir gerne. In Rimini Nord sind wir nach stetigem kräftigen Gegenwind von der Autobahn abgefahren, die Reserveleuchte des Dieseltanks meldete sich. Die Mautgebühr betrug in der Klasse 6 (was auch immer das bedeutet) immerhin 18,90 Euro. Tanken konnten für 1,15 Euro am Tankautomaten.

Dann gerieten wir in das Ende einer Großveranstaltung, Autos über Autos, noch mehr Zweiräder, überall Polizisten, die versuchten das Chaos zu regeln. Aber wir hatten Zeit, staunten über die Überholmanöver der Zweiräder, die rechts und links vorbeirauschten. Am späten Nachmittag erreichten wir am Meer vorbei bummelnd Fano, diesmal mieden wir den kostenpflichtigen Stellplatz am Meer wegen der Nähe zur Eisenbahnlinie. Der kostenlose Stellplatz mit V&E nahe an der netten Altstadt erwies sich als akzeptabel ruhig, zur Begrüßung rauschte ein Regenschauer nieder.

Nette Leute auf dem Platz, nette Gespräche mit Eignern von Reisemobilen mit völlig unterschiedlicher Ausrichtung, vom Luxus-Concorde, bis zum selbst ausgebauten MB Vario. Am Abend in der Altstadt Faros haben wir ein angenehmes Restaurant gefunden, lecker gegessen und anschließend ruhig geschlafen. Morgen erwarten wir unsere Reisemobilfreunde Helga und Kalle, mit denen wir die Tour überwiegend gemeinsam fahren wollten. 

Der nächste Tag verlief relaxend, ein ausgiebiger Spaziergang am fast menschenleeren Strand, bzw. an der Promenade, es war bereits Saisonende. Am späten Nachmittag trafen Helga und Kalle ein, wir schlenderten durch die Stadt. Aber irgendwie war der Montag kein guter Tag, alle Restaurants waren geschlossen. Wir landeten in eine „Stunden-Pizzeria“, probierten hier ein Achtel, ein Achtel dort und wurden auch satt. 

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Fähre Ancona - Igomentisa

Dieses Jahr haben wir früh die Fähre gebucht, Camping an Bord für rund 280 Euro (Frühbucherrabatt) hin und zurück mit Anek-Lines. Umbuchen wäre nur gegen Aufpreis zum Normalpreis möglich gewesen, aber dieses „Risiko“ sind wir bei dem günstigen Preis eingegangen.

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In Ancona wurde in den letzten Jahren der Hafen neu organisiert, Check-In ist jetzt weit vor dem eigentlichen Hafengelände, ein großer Parkplatz und ein neues Gebäude mit Schaltern aller Linien ist entstanden. Alles problemlos organisiert, wie auch das Einschiffen.

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Fast pünktlich um 16 Uhr legt unser Schiff ab. Nur unser zugewiesener Platz war nicht optimal, dunkel, laut und warm. Na ja, man kann nicht alles haben.

Die Bordpreise sind schon heftig, das gezapfte 0,3 Bier schlichte 3,80 Euro, wie auch für die Cola. Das Personal an der Theke schäumte auch nicht gerade von Freundlichkeit über. Das Selbstbedienungsrestaurant war nett eingerichtet, die Gerichte halbwegs akzeptabel, aber auch nicht günstig.

Unsere nächtliche Überfahrt war ruhig, ein sonniges Wetter bereite uns einen angenehmen Empfang in Griechenland.

Etwa eine Stunde vor der Ankunft in Igoumenitsa gegen 8 Uhr am nächsten Morgen wurden auf Anweisung des Personals bereits die Fahrzeuge rangiert, damit der Hafenaufenthalt in so kurz wie möglich war. Damit hatten unsere Reisemobilfreunde nicht gerechnet, schnell habe ich den Elektrostecker herausgezogen, im Schlafanzug am Steuer rückte Kalle vor.

Das Frühstücken auf dem völlig leeren, weitläufigen Hafengelände wurde uns leider verwehrt, eine junge bewaffnete Polizistin scheuchte uns recht unfreundlich mit unmissverständlichen Gesten vom Platz. Danke für die freundliche Begrüßung!

Etliche Kilometer weiter fanden wir an einer Raststätte einen Parkplatz zum frühstücken.

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Wir sind angekommen!

So liebe Leserinnen und Leser, jetzt nehmen wir Sie mit auf unsere Rundreise durch die Türkei über Griechenland und zurück. 

Nordgriechenland

Große Überraschung, die Autobahn Richtung Tessaloniki ist perfekt ausgebaut, unzählige Tunnels und Brücken sind hier gebaut worden. Daher kann man heutzutage die rund 650 Kilometer bis zur türkischen Grenze problemlos durchfahren. Wir hatten insofern Glück, die Strecke war mautfrei, denn die Mautstellen waren noch nicht fertig gestellt. Der Bau der Autobahn muss etliche Millionen Euro verschlungen haben, natürlich sind auch hier EU-Gelder verbaut worden. Insofern haben wir doch die Maut bereits bezahlt, oder? Allerdings schon auf der Rückfahrt haben wir für zwei Teilstücke 4,30 Euro und 7,50 Euro bezahlt.

Die Reisegruppe B B K H
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Asprovalta

Vorbei an den Fingern von Chalkidiki erreichten wir am Nachmittag den Strand von Asprovalta und wir reihten uns in die lange Reihe von Reisemobilen am Strand ein. Die erste Aktion des Autors, ins Wasser springen, einfach nur herrlich nach so einem langen Fahrtag. In der Ferne sahen wir die Ausläufer des Berg Athos.

Am Abend schlenderten wir über die touristische Promenade, viele Restaurants lockten. Kalles Geburtstag erlebten wir in einer gut besuchten Taverne mit einer Fischplatte nach der Art des Hauses. Das eine oder andere Gläschen Wein floss durch die Kehlen, ein netter Abend. Fliegende Händler verkauften leckere Weintrauben ab 1 Euro das Kilo, da konnten wir nicht daran vorbeigehen. Die angenehme laue Sommernacht verführte uns die Stühle auszupacken, ein wenig zu plaudern und auf das Wasser zu schauen. Früh morgens ließ hinter uns ein Mobilist seinen uralten Fiat an und nagelte sich deutlich vernehmbar davon, aber der Schlaf war vorbei. 

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Einreise in die Türkei

Die Autobahn bis zur Grenze erreichten wir nach einigen Kilometern Landstraße, da noch eine Tankfüllung fällig war. Schon von weitem war eine übergroße türkische Flagge zu sehen, die sich majestätisch im Wind bewegte. Etwas merkwürdig wirkten sowohl die griechischen, wie auch die türkischen Grenzsoldaten, vor und nach einer Brücke, die mit Maschinenpistolen im Anschlag gegenseitig auf sich aufpassten, aber unseren Gruß freundlich erwiderten. Der Grenzübertritt war völlig problemlos, hier ein Stempel, dort das Mobil im Reisepass eingetragen, freundliche Grenzer. Sogar eine Süßigkeit wurde angeboten, denn der Ramadan war vorbei, das „Zuckerfest“ begann. 

Grenze

Marmaraereglisi

Die Suche nach einem Übernachtungsplatz dauerte etwas, der erste Campingplatz lag uns zu nahe an der Schnellstraße, die nächsten Plätze waren nicht für große Reisemobile zugänglich und lagen auch direkt an der lärmenden Schnellstraße. Gefragt haben wir des öfteren, immer freundliche Antworten, auch auf Deutsch. Einer sagte, wir sollten doch besser irgendwo fragen, denn die Campingplätze wären nicht gut für uns.

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Der Mann hatte recht.

In der Nähe von Marmaraereglisi mogelten wir uns an einer Raffinerie vorbei, fuhren durch eine Ferienhaussiedlung und landeten in einer Sackgasse bei einem Restaurant mit einer wunderschönen Terrasse direkt am Meer.

Die Nachfrage nach einer Übernachtung war positiv, perfekt!

Viele Türken saßen dort und ließen es sich gut gehen, der Raki (türkischer Anisschnaps) floss in Strömen, da konnten wir mithalten, das Essen war lecker, das 0,7 l “Fläschchen” Raki auch ... ein etwas “verrückter” Auftakt unserer Reise!

Zügig durchfuhren wir am nächsten Vormittag auf der Stadtautobahn Istanbul, die 10 Millionen Stadt, die als heimliche Hauptstadt des Landes von vielen Türken angesehen wird. „Die Steine und der Boden sind aus Gold“, so ein türkisches Sprichwort über diese Stadt. Wenn man am Smog Istanbuls vorbei fährt, dann sieht man boomende Industriezentren. Überall wehten türkische Fahnen, ein Symbol des neuen Selbstbewusstseins. Istanbul, die Weltstadt auf zwei Kontinenten, wobei der europäische Teil nur etwa 3% der gesamten Türkei ausmacht. Eine Besichtigung Istanbuls haben wir uns zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen. 

Wir überquerten den Bosperus und erreichten damit bereits den asiatischen Teil der Türkei. Zu unserer Freude war für drei Tage keine Maut zu entrichten, Dank des “Zuckerfestes”. Vielen Dank liebe Muslime!

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Den ganzen Tag begleitete uns sehr starker Wind, der sich zu einem Sturm entwickelte, als wir auf die Schwarzmeerküste bei Karasu zu fuhren.

Die Wellen peitschten an den Strand, der Sand wirbelte in dichten Staubwolken über die Straßen. Das sah einerseits beeindruckend aus, andererseits wenig einladend.

Der Sturm war so stark, dass dem Autor die Türen des Fahrerhauses beinahe aus der Hand gerissen wurde, obwohl man eigentlich darauf vorbereitet war.

Menengazi

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Es begann bei diesem unangenehmen Wetter die Suche nach einem Übernachtungsplatz. Wir hoppelten über die Straße am Stand entlang, der eine oder andere Platz hätte sich angeboten, wenn der heftige Wind nicht gewesen wäre.

Also zurück auf die Hauptstraße, nahe an dem Örtchen Menengazi liegt ein Fischrestaurant an der erhöhten Küste am Strand mit Minicampingplatz hinter einer Mauer, der für unsere großen Kisten nicht zugänglich war.

Aber der daneben gelegene Parkplatz bot genug Platz, um unsere Mobile entgegen dem Wind auszurichten.

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Kein Geld, versicherte der ein wenig deutsch sprechende Wirt, aber wenn wir bei ihm was trinken würden...

Na, das war kein Problem die “Stellplatzgebühr” flüssig werden zu lassen. 

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Die “wetterfreundlichen” Bilder entstanden am nächsten Morgen.

Später ein wenig gegessen, leckere Vorspeisen und gegrillter Fisch, wir hätten es schlechter antreffen können.

Jetzt warteten wir darauf, dass der Wind nachließ, der Wirt meinte spätestens um 22 Uhr. Er warnte uns noch vor einem Feuerwerk, es sollte am späten Abend am Strand eine Party stattfinden. Doch davon hörten wir nichts, der alle Geräusche überdeckende Sturm ließ allerdings erst im Laufe der Nacht nach.

Dennoch hat dieser Tag ein gutes Ende gefunden.

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