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Auf nach Ostanatolien: Über Artvin nach Ani Strahlender Sonnenschein weckte uns, na gut, auch die vorbeifahrenden Autos. |
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Nochmal die bestens ausgebaute Schnellstraße direkt an der Küste entlang bis Hopa, quasi vor der georgischen Grenze bogen wir Richtung Artvin ab. Eine zunächst gute Straße führt auf die Höhen (rund 2.000 Meter) des puntischen Küstengebirges. Unterwegs boten sich wieder schöne Fotomotive. |
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Artvin selbst liegt terrassenförmig angelegt am Berg, wir kurvten in die Stadt und stellten nichts Attraktives fest, also auf einer steilen Straße vorsichtig gewendet und weiter. Zwei gigantische Stauseeprojekte kennzeichnen die Landschaft. Wir fuhren durch eine herrliche Berggegend, durchzogen von tiefen Schluchten, später auch lieblichen Wiesenflächen. |
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Junge Männer brachten uns einen Teller mit Salz- und Sesamstangen und beobachten lachend unseren kleinen Hund. Wir revanchierten uns mit Zigaretten und Süßigkeiten. Später kam eine Frau mit einem großen Topf, die Spieler wurden verpflegt … mit frisch gekochten Pellkartoffeln! Auch wir bekamen einen Teller voll gereicht, lecker, so frische Kartöffelchen! Irgendwann kamen zwei junge Männer mit einem Zettel auf Deutsch: „ Wollen sie Alkohol als Geschenk ...“ (eine Übersetzung aus dem Internet?) Wir fragten Raki? No, Germany Alkohol. Das verneinten wir, die beiden trollten sich. Die Kontakte waren nett, wir hatten ein gutes Gefühl hier zu übernachten. Zwischendurch rief nebenan der Muezzin, die Lautsprecher kränkelten, der Gesang war mehr als nur gewöhnungsbedürftig. Wir spekulierten, zu welcher frühen Zeit er sich wieder am nächsten Morgen äußerte. Weiterfahrt Richtung Ani Kurz vor 5 Uhr erschallte der besonders intensive Ruf des Muezzin... extra für uns? Aber nach dem etwas schrägen Gesang nochmal umgedreht, alles gut. Nach dem Aufstehen machten gerade zwei große Hunde auf dem Dorfplatz Nachwuchs, mit dem Ergebnis, das sich sich gut eine halbe Stunde vor lauter „Liebe“ nicht trennen konnten. Der Sportchef interessierte sich noch für unsere Reiseroute, dann wurden die Motoren angeworfen. Was für eine Landschaft, eine wunderschöne Bergwelt mit Almen und Dörfern begeisterte uns! Wir kletterten auf die Höhe des Passes „Cam Gecedi“ bis auf 2.470 Meter, weit über der Baumgrenze und genossen die „hörbare“ Stille. Die Warnleuchte des Dieseltanks des Sprinters leuchte plötzlich auf, der Anstieg hatte bis zu 33 (!!) Liter im Durchschnitt seit dem Start gekostet. Der kostbare Saft wird doch noch bis zur nächsten Tankstelle reichen? |
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Wir waren nur wenige Kilometer aus der Stadt heraus, da erwarteten uns rund 60 Kilometer (!) Baustelle, mit einer staubigen Piste, Schotter, teilweise übelster Art. Wir hoppelten im Schneckentempo über die Piste, wurden oft überholt, Steine flogen schon mal gegen das Mobil und wir versanken jedes mal im Staub. Warum hatten wir eigentlich die Reisemobile gewaschen? |
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Später beglückte uns auch noch eine frisch geteerte Strecke, der Teer hat sich seitlich und auf den Heckwänden der Mobile mit vielen kleinen Pünktchen festgesetzt. Dann endlich wieder fast normale Straße, im weiteren Verlauf überquerte Gänse, Kühe und Pferde unseren Weg. |
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Das “AHU-Erlebnis” Aber erst mal die Stühlchen in die Sonne gestellt und ein wenig relaxt. Eine weite ruhige Landschaft umgab uns. Gegen 18 Uhr liefen wir im Restaurant auf, das gedämpfte Licht wurde für uns angemacht, wir setzten uns an einen Tisch. Irgendwann haben wir nach einen Drink gefragt, wir wurden vertröstet. Der Boss (?) telefonierte laut und eindringlich mit seinem Handy. Ah, dachten wir, Essen auf Rädern? Nichts passierte. Also zum Reisemobil und zwei Dosen „Efes Pilsen“ geholt, dem Wirt gezeigt und im Lokal getrunken. Es passierte noch immer nichts! Wir machten unsere Scherze, blätterten in internationalen türkischen Fremdenverkehrsprospekten, die in einem Schrank bereit lagen. Aber dann, es wurde schon dunkel, drei locker bekleidete attraktive junge Frauen im Miniröckchen mit “eindeutiger Ausstrahlung”, betraten das Lokal. Ein junger Mann stellte auf einer kleine Bühne die Musik an, die bunten LED Plastikröhren wurden eingeschaltet. Wir schauten uns an und verstanden die ganze Aktion nicht mehr. War das so eine Art Treff für bereitwillige Frauen? Oder gar ein Puff? Deswegen die schummrige Beleuchtung? Wir hatten doch nur “richtigen” Hunger! Also verließen wir fluchtartig das Lokal, um uns in den Mobilen zu verpflegen. Der Topf für die Nudeln war gerade aufgesetzt, da tauchte ein Trecker auf, beladen mit vielen Stühlen, die unter einem überdachten Parkplatz abgeladen wurden, der zuvor abgespritzt wurde. Verflixt, was ist hier am heutigen Mittwoch los? Kurze Absprache, wir fahren trotz Dunkelheit weiter nach Ani, zur Ausgrabungsstätte! Im Dorf Ocakli schauten wir uns im Finsteren um, dann sprachen uns drei junge Männer an, sie würden uns zum Parkplatz führen. Einer sprach ein wenig englisch und stellte sich als „offizieller“ Ticketverkäufer für die Ruinenstätte vor. Zwei steigen in das Mobil unserer Reisemobilfreunde ein, wir fuhren vielleicht 500 Meter, der Parkplatz vor den mächtigen Stadtmauern, direkt an der armenischen Grenze, war erreicht. Wir dachten Wunder wie schwierig und wie weit der Weg noch wäre. Übernachten wäre hier kein Problem, versicherten die jungen Männer. Nach ein wenig Trinkgeld und einigen Zigaretten verschwanden die Beiden. Die Nacht war ruhig, wir haben trotz Vollmond und bellender Dorfköter bestens geschlafen.
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