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Sanliurfa

Über eine fast durchgehend gut ausgebauten Schnellstraße, durch eine steppenähnliche Landschaft, vorbei an Baumwollfeldern, erreichten wir am Nachmittag Sanliurfa. Diese über 3.500 (!) Jahre alte Stadt wird von einigen Forschern für eine der ältesten Städte der Welt gehalten.

Zunächst durchquerten wir die gepflegte moderne Vorstadt. Am Rande der Altstadt sollte es nach einem Reisebericht, einen „Otogar“ geben, der zum Übernachten geeignet ist. Leider führten die GPS-Koordinaten ins Leere. Aber wir sahen einen anderen Platz, wir wurden herein gewinkt und zum Parken neben einen Kleinlastwagen gequetscht. Eine freundliche Begrüßung, eine Besichtigung unseres Mobils, selbst der Kleiderschrank löste Erstaunen aus. 10 TL für die Übernachtung haben wir verstanden, aber den Betrag wurde nicht angenommen, von Dollar war die Rede. Wie bitte? Nix wie weg. Die Freundlichkeit war vorbei, laute Rufe und klopfen auf das Mobil beim rausfahren. Das war der erste etwas negative Kontakt mit den Menschen, aber kein Problem.

In der Nähe eines Kreisverkehres unmittelbar am „Abraham Teich“ fanden wir noch einen Platz auf einen gut gefüllten Parkplatz, hier wurden 4 TL verlangt. Am frühen Abend wurde der Platz immer leerer, wir konnten uns in eine Ecke stellen, alles gut. 

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Im Dunkeln erkundeten wir den etwa 490 Meter entfernten Park mit dem heiligen Karpfenteich „ Birket Ibrahim“, sahen dicke fette Karpfen, die niemand essen darf. Wenn, dann droht ewige Blindheit, so die Legende.

Abraham sollte dort verbrannt werden, Gott griff ein und ließ mal eben an der Stelle des Scheiterhaufens einen Teich entstehen. Abraham landete statt im Scheiterhaufen sanft im Teich, die Ascheteilchen verwandelten sich in heilige Fische. Wunder geschehen immer wieder, oder hatten die gelehrten Schreiber der damaligen Zeit ein wenig Phantasie?  

Weiter durch die Straßen, Menschen, Geschäfte und viele kleine Restaurants und Imbissstuben. Aber wir waren vom überreichlichen Mittagessen leider noch gut gesättigt. Der Basar hatte bereits überwiegend geschlossen, aber der hatte bis zum nächsten Tag Zeit. Die Muezzine gaben sich reichlich Mühe ihre Gläubigen in die vielen Moscheen zu rufen, in eine kleinere schauten wir rein, doch nicht viele Muslime sind dem Ruf gefolgt.

Übrigens, die früheren Aussagen, das z.B. Frauen mit freien Armen in dieser als sehr konservativ geltenden Stadt anstößig wirken, trifft nicht mehr zu. Viele junge Frauen scheren sich selbstbewusst nicht mehr um diese Gebote und präsentierten sich flott und modern gekleidet der Öffentlichkeit. Allerdings sahen wir auch viele Frauen mit Kopftüchern, langen Röcken und einige in der schwarzen „gemäßigten“ Burka, die zumindest das Gesicht frei ließ. Das schienen aber eher Touristen aus den benachbarten islamischen Ländern zu sein. Das gegenüberliegende Hotel „El-Ruha“ stellte ein ungesichertes Drahtlosnetzwerk zur Verfügung, für das normale Surfen kein Problem.

Besichtigung Altstadt Sanliurfa

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Die Nacht war bis zum Ruf der Muezzine ruhig, einige Bäume spendeten am Vormittag zunächst angenehmen Schatten.

Neben uns traf eine Großfamilie im Kleintransporter ein, es wurde im nebenan liegenden Picknick-Park gefrühstückt. Auch hier, unser kleiner Hund eine Sensation. Da es so viele Kinder waren, wechselten zwei Tafeln Kinderschokolade den Besitzer, die sofort probiert wurde. Das Foto entstand “heimlich” aus dem Alkovenfenster.

Die Stadt ist eine faszinierende Mischung aus Tradition und Moderne. Orientalisches Leben durchsetzt mit kurdischen und türkischen Elementen.

Zunächst liefen wir wieder am „Birket Ibrahim“ vorbei, viele Menschen am heutigen Freitag, die auch die gefräßigen Karpfen fütterten. Auf der anderen Seite des Karpfenbecken die lang gestreckte Anlage einer dreikuppligen Moschee „Hali Rahman Medresesi“ aus dem 17. Jahrhundert. Diese Moschee sei stellvertretend für die vielen anderen Moscheen erwähnt, die wir hier gesehen haben.

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Die Attraktion in Sanliurfa ist der lebendige alte Geschäftsteil, einer der authentischsten Basare der Türkei, wie der Baedeker beschreibt. Hier wird alles, aber wirklich alles angeboten, was die einheimischen Menschen zum täglichen Leben brauchen. Handwerker schmiedeten den Bedarf der Bauern, von der Hacke bis zur Schaufel. Einige Kupferwerkstätten produzierten handwerklich herstellte Kupferschalen, aber auch touristischen Kitsch. Möbel wurden in Schreinereien hergestellt, Textilien und Haushaltswaren waren in großen Umfang im Angebot. Vielfalt und günstige Preise, ab 10 TL wurden Schuhe angeboten.

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Wenn man erst in den zum Teil überdachten Gassen verschwunden ist, dann ist es ein leichtes sich zu verlaufen. Auch uns ist das unschwer gelungen. Der Autor hat schon viele Suks bzw. Basare besucht, dieser gehört sicherlich zu den eindrucksvollsten mit einem großartigen Angebot.

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In einem der idyllischen Innenhöfe ehemaliger Karawansereien hinsetzen und das Leben beobachten, das könnte man getrost stundenlang. Exotisch für unsere Augen, Ohren und Nase, dessen ungeachtet sehr angenehm, denn man wurde nie zum Kauf animiert.

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Kinder versuchen es hin und wieder mit betteln an Geld zu kommen.

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Durch die Gassen der Altstadt zu schlendern, war für uns ein Erlebnis.

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Die Werbung an einem Textilgeschäft spiegelt auch hier die Widersprüche dieser Gesellschaft wieder, von flott und sexy, bis traditionell mit Kopftuch, aber trotzdem irgendwie modern.

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Nicht selten liefen auch jüngere Männer in den traditionellen Pluderhosen durch die Altstadt, ein ungewohnter Anblick.

Die Hosen haben zwischen den Beinen einen tiefen Beutel, der Platz für alles hat, was die Phantasie hergibt

Die Temperaturen stiegen tagsüber auf 35 Grad, hier keine Seltenheit. Selbst im November werden bis zu 30 Grad verzeichnet, im Hochsommer bis zu 45 Grad. Nach einer Ruhepause sollte die Festung und Zitadelle erobert werden. Leider machte der Magen- und Darmtrakt der besseren Hälfte auf „kleine Revolution“, also diente der Nachmittag der Ruhe.

Der Autor streifte nochmal durch die Altstadt und den Basar, frisches Brot und ein Kilo Joghurt war die Beute.

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Kurz nach 18 Uhr ertönte ein Muezzin nach dem anderen, ein nicht abgestimmter lauter Chor, der für unsere Ohren ein wenig fremd wirkte. Aber irgendwie gehört das in muslimischen Ländern zum „Flair“. Um 23 Uhr wurde dieser Reisebericht geschlossen, bei immerhin noch 27 Grad.

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